Federer besass am US Open eine gute Chance, als ältester Spieler den Tennis-Thron zu besteigen. Nach dem Scheitern im Viertelfinal ist die Nummer 1 jedoch wieder entrückt. In der Jahreswertung liegt der Baselbieter nun 1860 Punkte hinter Rafael Nadal, der in New York seinen 16. Titel an einem Grand-Slam-Turnier gefeiert hat. Diesen Rückstand aufzuholen dürfte in der aktuellen Verfassung des Spaniers kaum zu realisieren sein. Federers Restprogramm in der laufenden Saison sieht die Teilnahme an der Premiere des Laver Cups in Prag, wo es allerdings keine Punkte fürs Ranking zu gewinnen gibt, sowie an den Turnieren in Schanghai, Basel, Paris-Bercy und an den ATP-Finals in London vor.

Stan Wawrinka verlor als letztjähriger Sieger des US Open 2000 Punkte, was ihn vier Plätze kostete und auf Platz 8 abrutschen liess. Für den 32-jährigen Romand ist die Saison nach einer Operation am linken Knie zu Ende, weshalb er schon bald aus den Top Ten fallen wird. Der Südafrikaner Kevin Anderson, der unterlegene Finalist in Flushing Meadows, verbesserte sich vom 32. in den 15. Rang.

Premiere für Muguruza

Bei den Frauen liegt erstmals Garbiñe Muguruza an der Spitze der 1975 eingeführten Weltrangliste. Die 23-Jährige ist die 24. Nummer 1 in der Geschichte des Frauentennis und die zweite Spanierin nach Arantxa Sanchez-Vicario. Muguruza schaffte den Sprung nach ganz vorne trotz des Ausscheidens in den Achtelfinals des US Open. Die Wimbledon-Siegerin profitierte davon, dass die letztjährige Finalistin Karolina Pliskova im Viertelfinal scheiterte. Die Tschechin fiel auch noch hinter die Rumänin Simona Halep und die Ukrainerin Jelina Switolina auf den 4. Platz zurück.

Die derzeit verletzte Waadtländerin Timea Bacsinszky verlor sechs Positionen und nimmt den 34. Rang ein. Belinda Bencic fiel gleich 119 Plätze nach hinten und ist als 318. nur noch die achtbeste Schweizerin im Ranking.

Angelique Kerber, als Nummer 1 in die Saison und in New York als Titelverteidigerin gestartet, gehört nach der Erstrunden-Niederlage im US Open nicht mehr den Top Ten an. Die Deutsche fiel vom 6. in den 14. Rang zurück. Die aktuelle US-Open-Siegerin Sloane Stephens aus den USA rückte vom 83. auf den 17. Platz vor.