Wimbledon-Party

Federer hat die Nacht durchgefeiert: «Bin mit Kopfweh aufgewacht»

Roger Federer hat seinen achten Wimbledon-Titel im Kreis von Freunden und Familie begossen. Er habe zu viele verschiedene Drinks in sich reingekippt, gab er danach zu Protokoll.

Mit Roger Federer taucht der wichtigste Gast beim traditionellen Champions Dinner in der Guildhall in der Londoner Innenstadt erst zum Hauptgang auf. Es gibt Heilbutt mit Spargeln, wilden Pilzen, Erbsen und Knoblauchsauce. Um 22.58 Uhr durchschreitet Federer mit dem Pokal im Arm zu «Hurts» von Emeli Sandé die Halle. An seinem Tisch sitzen seine Eltern Robert und Lynette, seine Frau Mirka, die Trainer, der Physiotherapeut, Manager Tony Godsick sowie Freund Tommy Haas und dessen Freund. Getanzt wird nicht, dafür viel geredet. Federer nutzt die Möglichkeit, sich noch einmal bei seiner Frau Mirka zu bedanken. «Sie hat mich dazu getrieben, härter zu arbeiten. Denn sie war eine hart arbeitende Spielerin. Ohne sie hätte ich diese Seite vielleicht nie kennen gelernt. Sie unterstützt mich unglaublich stark.»

Nach neunzig Minuten zieht sich Federer mit «30 bis 40 Freunden» bis morgens um 5 Uhr in eine Bar zurück. «Ich habe zu viele verschiedene Drinks getrunken und bin mit Kopfweh aufgewacht», sagt er am Tag darauf mit belegter Stimme, wo er bereits wieder seinen Verpflichtungen nachkommt, bevor er sich mit seiner Familie in die Ferien verabschiedet, dem Vernehmen nach nach Korsika. Noch einmal liess der Baselbieter die letzten Monate in seinem Leben Revue passieren. Roger Federer über ...

... das Champions Dinner

Es war grossartig. Aber ich habe mich schlecht gefühlt, weil ich zu spät kam aufgrund der vielen Medienverpflichtungen nach dem Final. Als ich kam, war der Hauptgang bereits serviert, was ich etwas unglücklich finde. Die Möglichkeit mit Garbiñe (Muguruza, Siegerin bei den Frauen) zu tanzen, ergab sich nicht, da es keine Musik gab. Wir haben mehr Fotoshootings gemacht. Sie sah wunderbar aus, war aber auch etwas müde.

Die beiden Wimbledon-Champions 2017: Federer und Muguruza.

Die beiden Wimbledon-Champions 2017: Federer und Muguruza.

... über seine Leistung in Wimbledon

Es war vom mentalen Aspekt her eine grossartige Leistung. Ich war sehr fokussiert. Jeder sagte, ich sei der grosse Favorit, was ich etwas merkwürdig fand, da mir der starke Beginn des Jahres keine Garantie gab, auch hier gut zu spielen.

... über den Unterschied zwischen Australien und Wimbledon

Es war von den Emotionen und den Spielen her komplett anders, gleich war nur, dass ich auch da vier Kinder hatte (lacht). Australien war wie ein Märchen. Hier war es komplett anders. Die Erwartungen von mir, meinem Team, der Presse und den Fans waren andere. Trotzdem habe ich mich normal gefühlt. Nur vor der zweiten Runde war ich sehr nervös.

Gänsehaut-Momente: Alle 8 Wimbledon-Siege von Roger Federer im Video

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... über den Unfall beim Einlassen eines Bades für seine Kinder, der Ende Januar 2016 zu seiner Knieverletzung führte

Wahrscheinlich hatte der Unfall im Nachhinein einen positiven Effekt. Ich hatte keine Schmerzen, erst im Verlauf des Tages und als wir im Zoo waren, schwoll das Knie an. Das Ganze brachte mich zum Stillstand, nun musste ich total andere Entscheide treffen betreffend einer Operation und der Rehabilitation. Ich bin froh, das so gemacht zu haben.

... über seine Erkältung

Ich hatte praktisch zwei Wochen Schnupfen. Vor dem Halbfinal gegen Berdych hatte ich grosse Kopfschmerzen und musste Schmerztabletten nehmen. Da ging es mir nicht gut, weshalb ich in dieser Partie auch etwas angespannt war.

... über die Nummer 1

Ich spiele in erster Linie, um Titel zu gewinnen, das Ranking interessiert mich nicht so sehr. Die Nummer 1 war nie ein Ziel, nun werden wir dieses Thema aber diskutieren. Das Rennen wird wohl zwischen Rafa (Nadal) und mir ausgemacht. Die Frage ist, ob ich die Nummer 1 am Jahresende oder nur für eine Woche werden will. Beides würde mich glücklich machen.

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