Tennis
Federer gegen Nadal: Zuschauen, geniessen und helfen

Sie bringen es auf 25 Grand-Slam-Titel. Seit dem Jahr 2004 haben sie bei 24 der 28 Major-Turniere triumphiert und seit dem 9.Februar 2004 führt einer der beiden die Weltrangliste an. Roger Federer und Rafael Nadal spielen für Kinder in Afrika.

Michael Wehrle
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Roger Federer und Rafael Nadal verstehen sich ausserhalb des Tennisplatzes prächtig. Craig Ruttle/key

Roger Federer und Rafael Nadal verstehen sich ausserhalb des Tennisplatzes prächtig. Craig Ruttle/key

Roger Federer und Rafael Nadal drücken dem Tennis ihren Stempel auf. Zum ersten Mal treffen die Superstars heute in der Schweiz aufeinander. Beim «Match for Africa» steht aber nicht ihre Rivalität, sondern der Respekt, ja ihre Freundschaft im Mittelpunkt. Es geht nicht um den Sieg, sondern nur ums Geld. Um Geld für Kinder in Afrika. Mindestens 1 Million Franken wollen Federer und Nadal für die Roger Federer Foundation einspielen.

Auch wenn es sich lediglich um ein Freundschaftsspiel handelt, so dürfen sich die Tennisfans doch auf einen Leckerbissen freuen. Federer und Nadal jedenfalls betonen, dass das erste Duell im Heimatland des Schweizers schon etwas Besonderes ist. Natürlich fehlt der Nervenkitzel, der den Sport normalerweise vom Theater unterscheidet.

Die Frage nach dem Sieger ist Nebensache. Allerdings haben die beiden besten Tennisspieler der Welt genügend Klasse, um auch einen reinen Showkampf zum Spektakel zu machen. Die Fans, ob im Hallenstadion oder vor den Fernsehschirmen, sollen sich einfach zurücklehnen, zuschauen und den Auftritt zweier überragender Sportler geniessen. Da die ganze Sache für einen guten Zweck ist, gibt es auch keine Argumente dagegen, obwohl viele Tennisprofis gegen Ende des Jahres gerne mal über den ihrer Meinung nach übervollen Terminkalender jammern. Schon am Sonntagabend landete Federer von Dubai kommend in Zürich, gestern nahm er noch an einer Gala teil.

Saisonstart in zwei Wochen

Gut drei Wochen nach Federers Triumph über Nadal beim ATP-Tour-Final in London kommt es zur ersten Standortbestimmung. Denn bereits am 3.Januar beginnt für die beiden mit dem Turnier in Doha wieder der Ernst der Profitour. Und damit das knallharte Duell auf dem Tennisplatz, wo Federer seinen Kumpel wieder von der Spitze der Weltrangliste verdrängen will.

Beide stecken mitten in der Vorbereitung auf die nächste Saison. Da kann es sicher nichts schaden, im Vergleich mit dem stärksten Gegner sein eigenes Spiel auf den Prüfstand zu stellen. Weder Federer noch Nadal gelten als Tennisclowns und werden kaum eine Show wie Mansour Bahrami oder auch Yannick Noah bieten.

Dafür können sie ohne grossen Druck ihre besten Schläge auspacken, mehr riskieren, als wenn ein grosser Titel auf dem Spiel steht. «Wir wollen den Leuten ein gutes Spektakel bieten. Uns macht Tennis ja Spass», betonte Federer in einem Interview mit der «Schweizer Illustrierten». Und wenn zwei Mann dieser Klasse locker und gelöst aufspielen, dann dürfte es schon zum einen oder anderen Zauberschlag reichen. Ausserdem tritt auf Wunsch von Federer noch DJ Bobo als Stargast auf.

Die Tennisfans jedenfalls rissen sich um die Tickets. Innerhalb weniger Minuten war das Hallenstadion ausverkauft. Allerdings gingen laut Schätzungen nur rund 2000 der 10000 Tickets in den freien Verkauf. Den grössten Teil sicherten sich die Sponsoren.

Vor allem der «Presenting Partner» Credit Suisse nutzt die Chance, seinen Kunden ein besonderes Weihnachtsgeschenk zu bieten. Das ist als Partner der Veranstaltung durchaus legitim, auch wenn sich einige Fans aufregten. Mehr noch nervten sie sich jedoch darüber, dass im Internet teilweise über 2000 Franken für ein Ticket geboten wurden. Der normale Preis lag etwa zwischen 100 und 200 Franken.

Revanche morgen in Madrid

Wesentlich günstiger, zwischen 35 und 45 Franken, kommen die Madrilenen in den Genuss der Stars. Bereits morgen steht in der mit 11000 Besuchern ebenfalls ausverkauften «Caja Magica» die Revanche an. Dabei fliesst das Geld in Nadals Stiftung für benachteiligte Kinder.

Wer kein Ticket bekommen hat, dem hilft das Fernsehen. Die Schweizer richten heute mit der grossen Kelle an, mit zwei Moderatoren und zwei Kommentatoren. Die Übertragung des spanischen Fernsehens aus Madrid übernimmt auch Eurosport. Weltweit senden 15 TV-Stationen.