Tennis
Federer: «Auf diese Art möchte ich nicht weiterspielen»

So enttäuscht wie nach der Dreisatz-Niederlage gegen Tommy Robredo haben ihn die Fans kaum je gesehen. Und Roger Federer spricht nicht um sein enttäuschendes Spiel herum und nennt die Gründe für seine Niederlage.

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Federer enttäuscht an der Pressekonferenz und beantwortet die nicht einfachen Fragen der Journalisten

Federer enttäuscht an der Pressekonferenz und beantwortet die nicht einfachen Fragen der Journalisten

youtube.com

Die Kappe hat Roger Federer tief ins Gesicht gezogen, als er im Presseraum Platz nimmt und in die Runde der kritisch fragenden Journalisten blickt.

So, wie er dies bei so mancher Pressekonferenz nach einer bitteren Niederlage getan hat. Nichts aussergewöhnliches. Doch heute schien Federer so niedergeschlagen zu sein, wie er dies bei kaum einer Grand-Slam-Niederlage jemals zeigte.

Federer startete schlecht ins Spiel und wurde nach einer langen Regenpause bereits im ersten Aufschlagspiel gebreakt. Federer und Robredo warteten zuvor lange auf ihren Einsatz, bis sie schliesslich von den Organisatoren vom Center Court auf den kleineren Louis-Armstrong-Platz verlegt wurden, auf dem Federer seit 2006 kein Spiel mehr bestritten hatte.

Ob das ein Problem war? Ein Auszug von Fragen und selbstkritischen Antworten an der Pressekonferenz:

Federer: «So etwas darf kein Problem sein. Ich musste in meiner Karriere schon auf so viele Partien warten. Das ist die letzte Entschuldigung, die ich anbringen würde. Ich hatte zudem auf dem Armstrong trainiert, darauf kann ich es also auch nicht abschieben. Ich war vorbereitet und sogar glücklich über die Verlegung. Ich habe eine grossartige Atmosphäre erwartet und gehofft, dass ich davon profitieren kann, dass die Leute hinter mir stehen. Aber leider habe ich nicht gut genug gespielt, um das Publikum zu begeistern.»

Bittere Niederlage von Roger Federer gegen Tommy Robredo
8 Bilder
War zu stark für schwachen Roger Federer: Der 31-jährige Spanier Tommy Robredo.
Grenzenloser Jubel beim spanischen Althasen. Er ist in New York nur als Nummer 19 gesetzt.
Ratloser Federer: Nach drei Sätzen war es vorbei. Der Baselbieter erreicht dieses Jahr keinen Final bei einem Grand-Slam-Turnier, erstamals seit 7 Jahren.
Sieger Robredo geht in die Knie.
Roger Federer bleibt ein fairer Verlierer und gratuliert Sieger Tommy Robredo nach der Partie.
Und tschüss: King Roger verlässt den Court Louis Armstrong und New York so früh wie schon lange nicht mehr.
Roger Federer vergab gegen Tommy Robredo viele Chancen.

Bittere Niederlage von Roger Federer gegen Tommy Robredo

Keystone

Was ging schief? Ging Ihr Rhythmus verloren?

«Ich habe schlecht begonnen und bin gleich mit einem Break in Rückstand geraten, bevor ich jedoch zurückkommen konnte. Ich hatte über das ganze Spiel hinweg Mühe. Tommy hat den Ball gut im Spiel gehalten und es schwierig gemacht für mich. Ich habe so viele Chancen vergeben. Der Rhythmus war weg.»

Was können Sie zu den verpassten Breakbällen sagen?

«Ich habe vielfach die Vorhand verschlagen und dauernd dorthin gespielt, wo er schon stand. Ich muss auf jeden Fall nun hart arbeiten und stärker zurückkommen. Ich muss diese Niederlage so schnell wie möglich abschütteln. Auf diese Art möchte ich nicht weiterspielen. Ich möchte besser spielen und weiss, dass ich das kann.»

Sie sind ein Spieler mit einem guten Instinkt. Tennis schien für Sie immer einfach zu sein. Ist es für Sie jetzt noch schwieriger, wenn Ihnen plötzlich das Timing fehlt?

«Es war in meiner Karriere schon immer ein schmaler Grat, besonders zu Beginn, als mir die Resultate noch keine Bestätigung gaben. Dass die Leute geschockt sind, wenn ich schlecht spiele, scheint die Geschichte meines Lebens zu sein. Es gibt aber keinen Zweifel, dass ich alles gebe, damit ich Erfolg haben kann. Manchmal geht es einfach nicht.» (sha)

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