Da sitzt sie nun, strahlend wie ein Honigkuchenpferd. Das hat sich Belinda Bencic auch verdient, hat sie mit ihrem Sieg gegen Vorjahresfinalistin Venus Williams am ersten Tag der Australian Open doch für die erste Überraschung gesorgt.

Kurzerhand bekommt sie ein «Upgrade»: «Main Interview Room» statt des lauschigen «Room 2». Logisch, plötzlich interessiert sich nicht mehr nur die Schweizer Journaille für die 20-Jährige. Jetzt übernehmen die Kollegen aus Übersee – die «New York Times», die «Daily Mail», die «Washington Post».

Erst stellt die internationale Presse ihre Fragen, so sieht es das Protokoll vor. Bencic meistert auch diese Kanonade an Fragen mustergültig, ihr Englisch ist sattelfest. Ihre Sätze schliesst sie jeweils mit einem gekonnten «you know?» ab. Nach knapp zehn Minuten werden die Kollegen aufgefordert, den «Main Interview Room» wieder zu verlassen. Nun übernehmen die Schweizer. Die Runde wird kleiner, vertrauter, intimer. Man kennt sich schliesslich seit Jahren.

Die Fragen kommen nun auf Deutsch, von den Romands mit charmantem Akzent. Und die Antworten? Die bleiben von Anglizismen durchsetzt. Sie sei «surprised», wie gut sie gespielt habe. Erinnert sich an einen wichtigen Schlag nach der Regenpause: «Backhand down the line.» Wir notieren. Und übersetzen später für unsere Berichte: Rückhand, parallel zur Seitenlinie gespielt, longline eben. Man spricht hier Tennis.

Dann kommt Belinda Bencic, die seit dem letzten Sommer von einem Waliser betreut wird, auf ihr «Comeback» nach der «Wrist Surgery» zu sprechen. Wessen Idee es gewesen sei, bei kleineren Turnieren wieder einzusteigen. «Die von uns allen. Das war mutual», sagt sie. Makes sense, will ich entgegnen.

Doch ein letzter Höhepunkt folgt noch. Es geht um Roger Federer – mal wieder. Was sie denn von ihm habe mitnehmen können von der Woche in Perth, in der sie den Hopman Cup bestritten (und auch gewonnen haben), will ein Kollege wissen. «Viel!» Konkreter? «Roger ist so relaxed im locker room.» Man spricht Englisch. Auch unter Schweizern.