Tennis

Erst ein vermeintlicher Fehlentscheid hat Murray aus der Reserve gelockt

Federer holt den Ball in extremis.

Federer holt den Ball in extremis.

Ein aus Sicht von Andy Murray klarer Fehlentscheid des Schiedsrichters ist massgeblich schuld daran, dass es am Australien Open im Viertelfinal zwischen ihm und Roger Federer zu eine vierten Satz kam

Auf die umstrittene Szene nach einer Stunde und 57 Minuten ging Andy Murray nach dem Spiel nicht mehr explizit ein. Auch wenn sie ihn offensichtlich mächtig genervt hatte. Seine Seele bringt sie so zum Kochen, dass er danach sein bestes Tennis auspackt.

Es war im dritten Satz beim Stand von 4:4 als Federer einen Stoppballl des Schotten am Netz in extremis erläuft und die Kugel über seinen Gegner lobt. Die Gesichtsfarbe von Murray nimmt augenblicklich die seiner roten Haare an. Es ist das Vorspiel zum folgenden Break zum 5:4 für Federer. Dem vermeintlich entscheidenden Service-Durchbruch des Schweizers also. Federer kann danach zum Satz und Match servieren. Viele - auch Murray - haben den umstrittenen Ball zwei Mal aufspringen sehen, ehe ihn Federer „erlief". Und sie hatten wohl recht...

Fehlentscheid oder nicht? Die umstrittene Szene lockte Murray jedenfalls aus der Reserve gegen Federer.

Fehlentscheid oder nicht? Die umstrittene Szene lockte Murray jedenfalls aus der Reserve gegen Federer.

Dusche für den Schiri

Nachdem Murray den Schiedsrichter zum wiederholten Mal mächtig zusammengestaucht hatte, liess er seine Wut am Ball aus. Und so etwas ist bei einer Nummer 4 der Welt immer brandgefährlich. Prompt gelang dem Olympiasieger und US-Open-Sieger von 2012 zu Matthäi am Letzten das Re-Break. Später holte sich der 26-Jàhrige aus Glasgow auch noch den dritten Satz und sorgte derlei für eine überraschende Verlängerung dieser Viertelfinal-Session.

„Konnte mich steigern"

„Als Roger zum Match servierte, fühlte ich förmlich, wie ich mein eigenes Niveau steigern konnte", sagte Murray später. Er wollte das Match aus Prinzip und auch für sich verlängern.

Ein 0:3 nach Sätzen wäre für ihn - speziell auch nach der erwähnten Szene - eine zu deftige Abfuhr gewesen. Im vierten und letztlich entscheidenden Umgang „war ich einfach nicht mehr in der Lage, dieses Level zu halten", so Murray. „Auf so hohem Niveau habe sich seit meiner Operation im September nie mehr gespielt"; so der Schotte. Murray, der im Vorjahr in Australien im Final stand, wird nach dem Out gegen Federer vorerst aus den Top 4 der Welt rausfallen.

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