Davis Cup bedroht Laver Cup
«Er muss aufpassen, was er sagt»: Roger Federer kritisiert Piqués Pläne

Nach seinem Auftaktsieg bei den US Open äussert sich Roger Federer zur Davis-Cup-Reform von Barcelona-Fussballer Gerard Piqué und wehrt sich für seinen Laver Cup.

Simon Häring
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Roger Federer wehrt sich gegen die Piqué-Pläne.

Roger Federer wehrt sich gegen die Piqué-Pläne.

KEYSTONE/AP/BEN CURTIS

Die Weisheit ist nicht neu: Wer zahlt, der befiehlt. Und im Fall der Davis-Cup-Reform, die dem Tennisweltverband ITF über 25 Jahre drei Milliarden Dollar einbringt, ist das die von Fussballer Gerard Piqué präsidierte Kosmos-Gruppe. Zwar soll die Final-Woche mit 18 Teilnehmern im ersten Jahr nach neuem Format Ende November stattfinden, doch jüngst machte Piqué in einem Interview mit der französischen Zeitung «Le Figaro» klar, dass sich das ändern soll.

Auf seiner Agenda steht die Verschiebung des Termins in den September. Sein Argument: Der Davis Cup solle ein Wettbewerb sein, wie ihn die Spieler wünschen. Und diese haben sich während eines Treffens in Wimbledon klar dafür ausgesprochen, dass der Davis Cup nicht im November stattfinden soll. So sagte Alexander Zverev jüngst, er wolle lieber in den Malediven am Strand liegen, statt für Deutschland die Davis-Cup-Trophäe zu jagen.

Fussballer Gerard Piqué reformiert mit seiner Kosmos-Gruppe den Davis Cup.

Fussballer Gerard Piqué reformiert mit seiner Kosmos-Gruppe den Davis Cup.

Keystone

Federer: «Es werden spannende Monate»

Das Problem: Im September findet der Laver Cup statt. Veranstalter sind die Agentur Team 8, bei der Roger Federer Teilhaber ist, Tennis Australia, der amerikanische Tennisverband USTA und der Schweiz-Brasilianer Jorge Paulo Lemann, der es als Bierbrauer zum Milliardär schaffte. Federer, der dem Davis Cup zuletzt die kalte Schulter zeigte, ist in den Diskussionen damit befangen. Er sagt: «Es werden spannende Wochen. Gut ist, dass alle miteinander reden.»

Doch er macht auch kein Geheimnis daraus, dass ihn Piqués Vorstoss irritiert. «Um ehrlich zu sein: Für uns Tennis-Spieler ist es schon komisch, einen Fussballer in unserer Welt zu haben. Darum muss er vorsichtig sein, was er wie sagt.» Ihm sei es wichtig, dass es kein Piqué-Cup werde, der den Davis Cup verdrängt. «Jeder will sein Ding verteidigen. Und jeder weiss besser, was das beste für den Sport ist: der Davis Cup, der Laver Cup, die ATP, die Spieler.»

ITF-Präsident David Haggerty (r.) und sein Vize-Präsident René Stammbach.

ITF-Präsident David Haggerty (r.) und sein Vize-Präsident René Stammbach.

KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI

Piqué verhandelt mit der ATP

Positiv sei, dass der Dialog angestossen worden sei. «Damit man erfährt, was die Bedürfnisse der anderen sind. Man sitzt gemeinsam an einem Tisch und tauscht sich aus», das sei positiv, sagt Federer, der zwar noch nicht mit Piqué persönlich geredet hat, dessen Manager Tony Godsick aber in Wimbledon informelle Gespräche geführt hat. Doch für den Laver Cup, bei dem zwar Geld zu verdienen ist, aber keine Weltranglistenpunkte vergeben werden, wird es eng.

Piqué steht seit Monaten mit Verhandlungen mit der Profi-Vereinigung ATP. Sein Ansinnen: Die Kosmos-Gruppe entrichtet Lizenzgebühren und erhält im Gegenzug den Wunschtermin im September und kann Punkte für die Weltrangliste verteilen. Der für Januar 2020 geplante World Team Cup würde dadurch ebenfalls hinfällig. Das alles sind Argumente, mit denen Federers Laver Cup, der 2017 erstmals ausgetragen wurde, nicht mithalten kann.