Tennis
Ein Schweizer Tag in Paris

Roger Federer und Stan Wawrinka starten heute Sonntag (12.30) in Roland Garros in das French Open. Die beiden Schweizer stehen praktisch gleichzeitig im Einsatz.

Michael Wehrle aus Paris
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Stan Wawrinka (l.) und Roger Federer treffen heute noch nicht aufeinander. Das könnte aber im Viertelfinal der Fall sein.

Stan Wawrinka (l.) und Roger Federer treffen heute noch nicht aufeinander. Das könnte aber im Viertelfinal der Fall sein.

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Ehre, wem Ehre gebührt. Roger Federer darf natürlich auf dem Court Philippe Chatrier ran, dem Centre-Court in Roland Garros, der 14 911 Besuchern Platz bietet. Los gehts um 11 Uhr mit einer Partie der Frauen: Jewgenia Rodina gegen Simona Halep. Anschliessend trifft Federer etwa um 12.30 Uhr auf Alejandro Falla. Der Kolumbianer, die Nummer 111 der Welt, scheiterte zwar in der Qualifikation, rutschte aber als Lucky Loser nach.

Siebenmal standen sich die beiden bisher gegenüber, immer auf Sand oder Rasen. Jedes Mal verliess Falla den Platz als Verlierer. Dabei gestand Federer dem 31-jährigen Linkshänder in den ersten vier Partien keinen Satz zu, schlug ihn unter anderem vor neun und vor fünf Jahren in Roland Garros jeweils in der zweiten Runde. Doch 2010 in Wimbledon schlug Falla im dritten Satz in der ersten Runde zum Match auf, ehe Federer die Partie noch drehte. Zwei Jahre später gewann Falla bei Olympia ebenfalls einen Satz und im vergangenen Jahr zwang er Federer in Halle zweimal in den Tiebreak.

Wawrinka gegen Türken Ilhan

Stan Wawrinka spielt ebenfalls nach einem Frauenmatch auf dem Court Suzanne Lenglen, vor 10 056 Zuschauern, wenn alle Plätze besetzt sind. Verkauft sind die Tickets zwar, dennoch dürften um die Mittagszeit bei beiden Schweizern die Tribünen nicht voll sein. Dafür sind diese Partien der ersten Runde nicht attraktiv genug. Wawrinka bekommt es wie schon in der ersten Runde beim Australian Open mit dem Türken Marsel Ilhan, der Nummer 82 der Welt, zu tun. Dieses Los kann der Romand durchaus als gutes Omen einordnen. Mit 6:1, 6:4, 6:2 siegte er und stürmte bis in den Halbfinal. Sollte er das auch in Paris schaffen, müsste er im Viertelfinal wohl Federer aus dem Weg räumen. Doch bis zu einem Schweizer Duell ist es noch ein weiter Weg.

Wawrinka ist zuversichtlich. «Ich bin gut vorbereitet, habe mehr Selbstvertrauen als vor einem Jahr und habe auf Sand gute Matches gespielt», sagt er. Vor allem natürlich bei seinem Sieg über Rafael Nadal in Rom. Doch das alles zähle jetzt nichts mehr. Die erste Partie bei einem Grand-Slam-Turnier sei immer schwierig. Technisch und taktisch gebe es aber keine grossen Unterschiede, ob ein Match nun über zwei oder drei Gewinnsätze ausgetragen werde. Es dauere einfach länger.

Kurze Vorbereitung

Nur einmal trainierte Wawrinka in Roland Garros. «Wenn ich gewinne, dann habe ich alles richtig gemacht», sagt er. Immerhin hat er den Vorteil, dass er mit den von Federer kritisierten Bällen bereits gespielt hat. «Ja, sie sind anders als in Madrid und Rom, aber ich habe sie in Genf schon gespielt», sagt Wawrinka. Obwohl er bei seinem Heimturnier in der zweiten Runde scheiterte, hat er doch sechs Sätze damit bestritten. Allerdings habe er in Genf zu Beginn auch seine Probleme mit den Bällen gehabt.

Dass er schon heute spiele, müsse er einfach akzeptieren: «Die Grand-Slam-Turniere interessiert es nicht, ob jemand in der Woche zuvor noch ein ATP-Turnier bestritten hat», sagt der Romand. Und wenn er gewinne, dann habe er den Vorteil einer längeren Pause bis zur zweiten Runde.

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