Paula (16) und Robin (16) strahlen, als sie gefragt werden, was denn das Beste an ihrem Job als Ballkind sei. «So nah an den Spielern zu sein», sagen sie unisono. Sprechen darf ein Ballkind mit den Tennisstars zwar nicht, die Spieler gehen aber teilweise auf die jungen Helfer zu und bedanken sich. «Marin Cilic hat mir immer Danke gesagt, wenn ich ihm das Handtuch oder die Bälle gebracht habe. Auf Deutsch. Das hat mich sehr gefreut», erzählt Paula.

Robin wurde sogar schon von Roger Federer auf dem Platz angesprochen. «Ich hatte die Bälle vergessen und wollte sie schnell holen. Da sagte Federer: ‹Muesch nid seggle›. Das vergesse ich nie.»

Das «Highlight des Jahres»

Wie viele Ballkinder spielen auch Paula und Robin selber Tennis. Die Woche an den Swiss Indoors ist für die sie deshalb das «Highlight des Jahres». Robin ist schon zum sechsten Mal in Basel dabei. Für Paula ist es das vierte Mal. Beide werden 2019 nicht mehr mittun können. Das Maximalalter von 16 Jahren haben beide erreicht. Sowohl Paula als auch Robin haben sogar Glück, dass sie nicht schon grösser als 1,70 Meter sind. Denn auch das wäre ein Ausschlusskriterium.

Die neun Tage inklusive Qualifikation haben es in sich. Am Vormittag gehen alle 59 Ballkinder in die Schule. Um 12.30 Uhr beginnt dann in der St. Jakobshalle die erste von zwei Schichten. Die Ballkinder sind immer eine Stunde auf dem Platz, dann werden sie abgelöst. «Das macht zwei bis drei Einsätze pro Schicht», rechnet Robin vor.

Die Frühschicht wird um 17 Uhr abgelöst. Für die Spätschicht kann es manchmal auch eine Nachtschicht werden. «Einmal war das letzte Spiel erst um 1.15 Uhr fertig. In die Schule mussten wir am nächsten Tag trotzdem», sagt Robin.

Die Verantwortliche für die Ballkinder, Michelle Kiener, stellt den Einsatzplan seit 18 Jahren gemeinsam mit Kollege Klaus Fehrenbach zusammen. Dabei wird darauf geachtet, dass die Kinder am Nachmittag keine Hauptfächer verpassen, erfahrene und unerfahrene Ballkinder gemischt werden und alle sowohl auf Court 1 als auch auf dem Center Court zum Einsatz kommen.