Tennis
Ein Aussenseiter kommt in den Wimbledon-Halbfinal

Vier Aussenseiter treffen sich heute in den Achtelfinals von Wimbledon. Mit Lukasz Kubot, Adrian Mannarino, Jerzy Janowicz und Jürgen Melzer haben nur die wenigsten Tennisexperten gerechnet. Einer von ihnen wird sich bis in den Halbfinal spielen.

Michael Wehrle, Wimbledon
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Aussenseiter beim Tennisturnier in Wimbledon
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Adrian Mannarino Der 25-jährige Franzose ist die Nummer 111 der Welt. Erstmals in seiner Karriere spielt er heute bei seinem 14. Grand-Slam-Turnier in den Achtelfinals. Zuvor hatte er nie mehr als ein Match gewonnen. 2010 schied er beim US Open in der zweiten Runde ebenso aus wie ein Jahr später in Australien und Wimbledon. Noch hat der Linkshänder kein Turnier auf der höchsten Stufe gewonnen. Immerhin siegte er in diesem Jahr bei zweimal bei einem Challenger. Vor zwei Jahren stand Mannarino schon einmal auf Platz 49 der Welt. Der Fussballfan bezeichnet selbst den Volley als seinen besten Schlag. In der zweiten Runde profitierte er von der Aufgabe von John Isner nach 15 Minuten. (mic)
Jerzy Janowicz Der Pole gehört mit seinen 22 Jahren zur jungen Generation und hat sich inzwischen auf Platz 22 der Weltrangliste vorgearbeitet. Im vergangenen Jahr gelang ihm der Durchbruch, er kletterte von Platz 221 um 195 Positionen auf 26. Noch stand er bei einem Grand-Slam-Turnier in den Achtelfinals. Doch dieser Schritt war bei ihm fällig. Vor einem Jahr scheiterte er als Qualifikant in Wimbledon in der dritten Runde, in diesem Jahr kam er in Australien und Paris ebenfalls in die dritte Runde. Janowicz hat noch kein Turnier gewonnen. Beim ATP-1000-Turnier in Paris-Bercy scheiterte er vor sieben Monaten erst im Final. Er ist 2,03 Meter gross und gehört zu den besten Aufschlägern. (mic)
Lukasz Kubot Der Pole ist schon 31 Jahre alt und im Moment die Nummer 130 der Welt. Nach 2011 steht er zum zweiten Mal in Wimbledon in den Achtelfinals. Diese Runde erreichte er auch vor drei Jahren beim Australian Open. Weiter kam er bei einem Grand Slam Turnier noch nie. Kubot profitierte in der zweiten Runde von einer Absage. Nadal-Bezwinger Steve Darcis wäre sein Gegner gewesen. Vor drei Jahren war Kubot noch deutlich besser klassiert, bis auf Platz 41 der Weltrangliste hatte er sich hochgearbeitet. Ein Turnier hat er allerdings noch nicht gewonnen. Auf seinem Lieblingsbelag Sand schaffte er es 2010 in Costa Do Sauipe und 2009 in Belgrad aber bis ins Endspiel. (mic)

Aussenseiter beim Tennisturnier in Wimbledon

Keystone

Vor einer Woche sprach alles vom grossen Duell im Viertelfinal von Wimbledon. Rafael Nadal und Roger Federer sollten sich dort bekämpfen. Doch das ist Schnee von gestern. Vier Aussenseiter haben sich bis in die Achtelfinals gespielt.

Lukasz Kubot, Adrian Mannarino, Jerzy Janowicz und Jürgen Melzer. Einer von ihnen stürmt in den Halbfinal. Dort wartet dann wohl Andy Murray. Es sei denn, der Schotte sorgt auch noch für eine negative Überraschung.

Nicht mehr in den Achtelfinals sind allerdings die beiden Riesentöter. Der Belgier Steve Darcis, der Nadal in der ersten Runde aus dem Rennen geworfen hat, konnte seinen Triumph gar nicht richtig geniessen.

Er hatte sich gegen Nadal verletzt und musste vor der zweiten Runde aufgeben. Nur unwesentlich besser erging es Sergej Stachowski. Der Ukrainer warf zwar Federer in der zweiten Runde aus dem Turnier, doch damit hatte er sein Pulver auch schon verschossen.

In der dritten Runde war für ihn das Turnier zu Ende. Mit Benoit Paire, John Isner, Stanislas Wawrinka, Nicolas Almagro und Fabio Fognini scheiterten fünf weitere Gesetzte in diesem Viertel.

Erstmals stehen mit zwei Kubot und Janowicz zwei Polen in den Achtelfinals eines Grand-Slam-Turniers. Sie könnten im Viertelfinal aufeinandertreffen. Heute spielen Kubot gegen Mannarino und Janowicz gegen Melzer.