Während viele Spieler zu Beginn in der gigantischen O2 Arena mit den Bedingungen zu kämpfen hatten, kannte der Topfavorit und Weltranglistenerste keinerlei Startschwierigkeiten. Djokovic nahm dem 2,08 m grossen Aufschlagkönig John Isner schon früh den Service ab und gewann völlig ungefährdet 6:4, 6:3. Im zweiten Satz gelang Djokovic der entscheidende Aufschlagdurchbruch zum 4:3, selber musste er keine Breakchance abwehren.

Der Serbe stellte damit auch in London seine Glanzform unter Beweis, die ihn im Eiltempo wieder an die Spitze der Weltrangliste gebracht hat. Seit Juni und mit Start des Turniers in Wimbledon hat Djokovic nur gerade zwei Partien verloren. Er ist damit auf gutem Weg, mit einem sechsten Titel zu Masters Rekordhalter Roger Federer aufzuschliessen.

Zverev mit geglücktem Start, Cilic wieder im Elend

Alexander Zverev, mit 21 Jahren der mit Abstand jüngste Spieler an den ATP Finals, startete wie im letzten Jahr mit einem Sieg ins Turnier. Der Deutsche setzte sich nach einem Fehlstart 7:6 (7:5), 7:6 (7:1) gegen den Kroaten Marin Cilic durch. Im ersten Satz schien Cilic nach einem frühen Break zum 2:0 alles im Griff zu haben, ehe er eine 5:2-Führung aus der Hand gab. In beiden Tiebreaks hatte dann der neun Jahre jüngere Hamburger die besseren Nerven.

In der zweiten Kurzentscheidung unterliefen der Weltnummer 7 Cilic zwei krasse Eigenfehler und ein Doppelfehler, sodass der zwei Positionen besser klassierte Zverev nach gut zwei Stunden mit einem Servicewinner beim ersten Matchball zum Sieg kam. Er war auch im letzten Jahr erfolgreich ins Turnier gestartet, verpasste die Halbfinals aber nach zwei knappen Niederlagen gegen Roger Federer und Jack Sock dennoch.

"Es war zu 100 Prozent ein Arbeitssieg. Bei so einem Turnier möchtest du nicht mit einer Niederlage starten", zeigte sich der Deutsche erleichtert. "Ich fand, ich habe ganz gut aufgeschlagen. Nach dem frühen Break ist es viel besser gelaufen", sagte er, nachdem er sich auf dem Platz vor allem in der Startphase immer wieder lautstark geärgert hatte. Nun kann er ohne allzu grossen Druck am Mittwoch Djokovic herausfordern.

Cilic hingegen kommt bei den ATP Finals auf keinen grünen Zweig. Bei der vierten Teilnahme steht er bei nur einem Sieg und neun Niederlagen. Er beging nicht nur 46 unerzwungene Fehler, sondern verpasste auch zweimal bei wichtigen Bällen, das Hawkeye anzurufen, das ihm beide Male recht gegeben hätte.