Gewinnen die Schweizerinnen, kommt es am 12. und 13. November zum Final gegen Frankreich oder Holland, sicher in der Schweiz, wahrscheinlich in Genf. Die Chancen der Schweizerinnen stehen nicht schlecht: Belinda Bencic, Timea Bacsinszky, Martina Hingis und Viktorija Golubic gehen als leichte Favoritinnen in die Partie.

Die Tschechinnen stehen zwar zum achten Mal in Folge im Halbfinal und haben den Cup 2011, 2012, 2014 und 2015 gewonnen, müssen aber auf ihre Topspielerinnen Petra Kvitova und Lucie Safarova verzichten. Die Nummern 7 und 15 der Welt pausieren nach schwachem Saisonstart. So führt die Weltnummer 18, Karolina Pliskova, das Team des Titelverteidigers an.

18 Jahre ist es her, da standen die Schweizerinnen letztmals im Halbfinal, dem dritten erst in der Geschichte. Martina Hingis, Patty Schnyder und Emmanuelle Gagliardi zelebrierten damals in Sion ein Tennisfest. Fast 16 000 Fans strömten an den beiden Tagen auf die Anlage. Neben dem Stadion Tourbillon, auf dem Parkplatz, hatten die Organisatoren um René Stammbach, den heutigen Präsidenten von Swiss Tennis, Court und Tribünen erstellt.

Über den damaligen Sportminister Adolf Ogi hatte Stammbach den Kontakt nach Sion geknüpft. Die Idee, den Fed-Cup mit der Olympiakandidatur Sion 2006 zu verbinden, hatte Mario Widmer, Lebenspartner von Melanie Molitor, Mutter von Martina Hingis und Captain des Teams, ins Spiel gebracht. Mit 5:0 fegten die Schweizerinnen die Französinnen vom Platz, zogen erstmals in den Final ein. Dort unterlagen sie in Genf gegen Spanien 2:3.

Wie vor 18 Jahren beim Fed-Cup in Sion werden die Fans auch beim Halbfinal gegen Tschechien Autogramme von Martina Hingis sammeln.

Wie vor 18 Jahren beim Fed-Cup in Sion werden die Fans auch beim Halbfinal gegen Tschechien Autogramme von Martina Hingis sammeln.

Martina Hingis lobte die lautstarken Fans in Sion, für deren Hilfe beim Sieg über Amélie Mauresmo. Bei glühender Hitze, 32 Grad im Schatten, lag die Schweizerin schon 6;7, 1:4 zurück. Doch die Fans trieben sie zum Sieg.

Martina Hingis ist noch immer dabei, spielt im Team mit ihrer Erfahrung eine wichtige Rolle. Auch auf dem Platz steht die 35-Jährige im Doppel ihre Frau, ist immer für einen Punkt gut, egal mit welcher Partnerin.

Und ihre beiden ehemaligen Kolleginnen spielen auch in Luzern eine Rolle. Patty Schnyder ist Co-Kommentatorin beim Schweizer Fernsehen, Emmanuelle Gagliardi arbeitet für den Tessiner Kanal.

Auf lautstarke Unterstützung dürfen die Schweizerinnen auch in knapp einer Woche zählen, selbst wenn keine 8000 Fans lärmen. Doch gegen 5000 werden es sein. 4900 Plätze fassen die Tribünen in der Messe Luzern, rund 90 Prozent der Tickets sind verkauft.

Los gehts am Samstag um 13 Uhr mit zwei Einzeln, am Sonntag stehen von 12 Uhr zwei weitere Einzel und eventuelle das Doppel auf dem Programm. Bereits am Mittwoch, 13. April, können die Fans von 16 Uhr an beim öffentlichen Training die Schweizerinnen unter die Lupe nehmen.