Tennis
Die Nadals planen ihre Zukunft auf Mallorca

Rafael Nadal liebt seine Heimatstadt Manacor. Der Weltreisende in Sachen Tennis investiert deshalb auch dort kräftig und lässt auf der Insel eine Akademie für 140 Talente errichten.

Michael Wehrle
Merken
Drucken
Teilen
Bis zu 140 Talente sollen in der Rafa Nadal Academy trainieren und die Schule besuchen.

Bis zu 140 Talente sollen in der Rafa Nadal Academy trainieren und die Schule besuchen.

ho

Noch nie hat Rafael Nadal daraus einen Hehl gemacht. «Manacor ist die schönste Stadt der Welt», bekräftigt er immer wieder. Auch wenn das Aussenstehende vielleicht ganz anders sehen. Doch Nadal fühlt sich dort ganz einfach geborgen, und weil er auch nach seiner Karriere noch seinem Sport, dem Tennis, verbunden sein will, legte er im November in Manacor auf Mallorca den Grundstein zur Rafa Nadal Academy. Rund 15 Millionen Euro soll Nadal selbst einschiessen. Doch dürfte das kaum reichen. «Wir bauen 17 Tennisplätze», erzählt Nadals Onkel und Trainer Toni, der selbstverständlich mit von der Partie ist.

Toni Nadal will kleinere Schläger

Der Trainer und Onkel von Rafael Nadal, Toni Nadal, wünscht sich Anpassungen im Tennis. «Auch andere Sporarten haben sich verändert, wir brauchen das auch», sagt er. So sei im Fussball beispielsweise die Rückpassregel eingeführt worden, was das Spiel attraktiver mache. Im Golf seien gewisse Schläger verboten worden. Im Tennis gebe es einige Ansatzpunkte. «Dürfte ich als Chef ganz alleine entscheiden, dann würde ich die Schläger wieder kleiner machen», sagt Toni Nadal. Dann seien die Spieler viel mehr gefordert, es wäre nicht mehr möglich, mit nur einem guten Schlag den Punkt zu machen, so wie es jetzt beispielsweise bei den gewaltigen Aufschlägern der Fall sei: «Die Spieler müssten alle Varianten beherrschen, mit Stopp und Lob arbeiten.» Die Taktik werde dann wieder wichtiger, so wie bei den anderen Ballsporarten auch. Nadal nennt als Vorbild den Bulgaren Grigor Dimitrov und Roger Federer. Deren Art Tennis zu spielen, sei sehr attraktiv.

Im Mai des nächsten Jahres sollen die ersten Trainingseinheiten laufen, im September 2016 wollen die Nadals auf Vollbetrieb einschliesslich der Schule umstellen. Bis zu 140 Talente aus der ganzen Welt werden dort in Sachen Tennis und diversen Schulbetrieben unterrichtet. 47 444 Quadratmeter misst das Grundstück mit Schule, Internat, Tennisplätzen, zwei Schwimmbädern, einem Fussballplatz, Fitnessräumen und einem Zentrum für Sportmedizin.

«Wir werden Kinder im Alter zwischen 12 und 18 Jahren unterrichten», sagt Toni Nadal, mit mehr als 25 Coaches. 70 Zimmer stehen in der Residenz zur Verfügung. Weitere 36 Zimmer sollen für nicht europäische Profis aus aller Welt reserviert werden. Sie können während einer Europa-Tournee in dem Zentrum unterkommen und dort trainieren.

Hartes Programm

«Das Projekt von Rafael ist eine seiner Illusionen, ein Wunsch», sagt Toni Nadal. Rafael sei ein Tennisenthusiast und er wolle dem Sport damit etwas zurückgeben. «Dabei geht es nicht nur um Tennis», sagt der 54-Jährige. Es sei klar, dass es nicht jedes dieser Talente bis zum Profi bringe.

Deshalb sei es wichtig, allen eine solide Ausbildung mitzugeben, die sie befähige, in jedem Beruf es zu etwas zu bringen. «Korrekte Arbeit abliefern», nennt das Toni Nadal. Das sei auch eine Frage der Mentalität und der Einstellung. «Mit dem richtigen Weg gewinnen, das ist uns wichtig», betont Toni Nadal. Der Schüler müsse auf und neben dem Platz dieselbe Einstellung mitbringen.

Ein lockeres Leben wird das nicht. Bis zu vier Stunden Training pro Tag und dazu fünf Stunden Schule stehen auf dem Programm. Geplant seien auch viele Wettkämpfe. Rafael Nadal selbst wird auch während seiner Karriere noch sehr oft vor Ort im Centro Internacional de Tenis Rafael Nadal trainieren. «Rund 100 Tage im Jahr werden wir dort sein», sagt sein Onkel.