Davis Cup
Die Antwort auf alle Fragen gibt es heute auf dem Platz

Showdown in Lille: Roger Federer trifft im Davis Cup auf Gaël Monfils – Stan Wawrinka beginnt um 14 Uhr (SRF2) gegen Jo-Wilfried Tsonga.

Michael Wehrle
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Davis Cup Frankreich - Schweiz
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Der Davis-Cup wird mit dem Match Jo-Wilfried Tsonga (links) gegen Stanislas Wawrinka eröffnet.
Gael Monfils wird gegen Roger Federer antreten.
Beide wollen den Pokal unbedingt nach hause holen: Jo-Wilfried Tsonga und Stanislas Wawrinka

Davis Cup Frankreich - Schweiz

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Die Stimmung im Schweizer Davis-Cup-Team war gut, als die Spieler im prachtvollen Saal der Industrie- und Handelskammer der Region Lille Platz nahmen und auf die Auslosung warteten. Roger Federer und Stan Wawrinka sassen nebeneinander, scherzten, bis die ehemalige Spitzenspielerin Nathalie Dechy den Ball mit dem Namen Jo-Wilfried Tsonga zog. Damit war klar. Er eröffnet heute um 14 Uhr gegen Stan Wawrinka im Stade Pierre-Mauroy den Davis-Cup-Final zwischen Frankreich und der Schweiz. Anschliessend trifft Gaël Monfils auf Roger Federer.

Ein knapp einstündiges Training um 9.30 Uhr, noch vor der Auslosung, hatte Gewissheit gebracht. Federer kann heute spielen. Er bewegte sich deutlich intensiver und besser als noch beim halbstündigen Test tags zuvor. Wie gut er drauf sei, zeige sich aber erst heute. «Nur das Match gibt dir die Antworten auf alle Fragen», sagte Federer.

Vor einem wichtigen Match gebe er im Training nie hundert Prozent. «So bin ich einfach zufrieden, dass ich spielen kann», sagte er. Die Entwicklung sei positiv. «Es war eine schwierige Woche, aber ich bin glücklich, wo ich jetzt stehe», sagte Federer. Er spiele gerne gegen Monfils. Das werde sicher ein aufregendes Spiel.

Federer weiss, was er tut

Schon oft in seiner Karriere habe er unter Rückenschmerzen gelitten. Nicht erst in den vergangenen Jahren, sondern auch schon zu Juniorenzeiten. So habe er Erfahrung. «Ich weiss, was möglich ist und was nicht», sagte er. Er wisse, wie sehr er forcieren müsse oder könne. Das werde sicher interessant.

«Klar ist, wenn ich auf einen Platz raus gehe, dann kann ich spielen», sagte Federer. Noch nie in seiner Karriere mit 1221 Profimatches hat er während einer Partie aufgegeben. Doch egal wie fit er auch sei, es werde auf jeden Fall nicht einfach. Da sei das Publikum, da sei der Gegner. «Es ist wie in der ersten Runde eines Turniers», betonte er.

Niemand wisse genau, was passiere. Ein Sandplatz in der Halle sei immer eine unbekannte Grösse. Da gebe es für jeden Spieler viele offene Fragen, auch für ihn.

Die Verletzung weiterhin sagenumwoben

Nach seinem ersten Training am Mittwoch hätten sie lange diskutiert. Erste Informationen hätten sie erhalten. «Dann wollten wir vor der Auslosung nochmals trainieren, um die Spieler für Freitag auszuwählen», sagte er. Es sei darum gegangen, ob er am ersten Tag spielen könne oder nicht. Und dann sei alles in Ordnung gewesen. Über seine Behandlung wolle er nicht sprechen. «Und wenn ich eine Kortisonspritze erhalten hätte, dann würde ich es nicht sagen», erklärte er lächelnd.

Er könne nicht sagen, ob er auch antreten würde, wenn es nicht der Final im Davis-Cup wäre. «Natürlich würde ich es bleiben lassen, wenn ich ein gesundheitliches Risiko für den Rest meines Lebens eingehen würde», sagte er. Doch jetzt habe er sich entschieden, sehe es positiv und bereite sich vor. Er traue seinem Körper.

Den Nachmittag widmete Federer der Pflege. Entspannung war angesagt, damit er keinen Rückschritt erleide: «Wir dürfen uns jetzt keinen Fehler mehr erlauben.» Da er den zweiten Match spiele, müsse er aufpassen, dass er nicht zu lange in der Kälte sitze: «Deshalb werde ich das erste Match meist aus der Garderobe verfolgen.»

Wawrinka fühlt sich bereit

«Ich denke, ich bin bereit für drei Tage», sagte Wawrinka. Er fühle sich fit, mental stark. Die harte Niederlage gegen Federer in London habe er überwunden. Und weil er dort sehr gutes Tennis gespielt habe, sei er voller Selbstvertrauen angereist. In einigen guten Trainings habe er sich auf den Sandplatz umgestellt. Toll sei natürlich, dass Roger spielen könne.

Mit seinem Triumph beim Grand-Slam-Turnier in Australien sei der Final im Davis-Cup aber nicht zu vergleichen. «Das hat gar nichts miteinander zu tun, hier spielst du jetzt in einem Team», sagte er.

Allerdings helfe ihm die Erfahrung, die er in diesem Jahr gesammelt habe. «Ich bin zuversichtlich, dass ich gut spiele», betonte er. Die Stimmung im Team sei grossartig, alles funktioniere. Aber was auch immer passiere, es sei für ihn etwas völlig Neues. «Klar wäre es toll, den Cup zu gewinnen», sagte er. Doch daran denke er noch nicht. Er konzentriere sich jetzt erst einmal ganz auf das Wochenende.

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