Tennis
David Haggerty - ein Präsident mit neuen Ideen

Der Fed-Cup-Halbfinal zwischen Tschechien und der Schweiz lockt auch die Tennisprominenz nach Luzern. David Haggerty, der neue Präsident des Internationalen Tennisverbandes (ITF), nutzt die Gelegenheit zu Gesprächen und erläutert seine Ideen.

Michael Wehrle
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Der neue ITF-Präsident David Haggerty.

Der neue ITF-Präsident David Haggerty.

Keystone

Das muss sein Vorgänger, der Italiener Francesco Ricci Bitti, nicht mehr, auch wenn er noch immer Präsident der Vereinigung der Sportverbände der Olympischen Sommerspiele ist.
Der Amerikaner Haggerty, der inzwischen seinen Wohnsitz nach London verlegt hat, sprach unter anderem mit dem Schweizer Fed-Cup-Captain Heinz Günthardt über den Teamwettbewerb der Frauen. «Wir haben einige Ideen, wie wir den Fed-Cup weiterentwickeln können», sagte Haggerty. Noch sei aber vieles nicht spruchreif, aber sie seien auf dem Weg.
«Vielleicht können wir im Sommer des nächsten Jahres ein paar neue Projekte vorstellen», erklärte Haggerty. Die Umsetzung werde aber wohl kaum vor dem Jahr 2019 erfolgen.
Haggerty schwebt beispielsweise vor, Halbfinals und Final in einer Woche an einem Ort auszutragen. Dabei solle es ein Ort sein, der Tennis-Fans anziehe. Es dürfe nicht alleine nur ums Geld gehen.

Damit wäre es möglich, die Weltgruppe auf 16 Teams aufzustocken und den Wettbewerb trotzdem in drei Wochen über die Bühne zu bringen. «Uns ist wichtig, dass wir insgesamt mehr Geld generieren und gleichzeitig die Anzahl der teilnehmenden Nationen erhöhen», sagte Haggerty. Rund 90 Teams melden sich jedes Jahr für den Fed-Cup.

«Wir dürfen nicht nur an die Weltgruppe denken», betonte Haggerty. Gerade für die kleinen Nationen sei der Wettbewerb wichtig, da sie sonst nur selten in den Genuss von Profitennis kämen. Spieler, Sponsoren, TV-Anbieter und Vertreter der Nationen will Haggerty um ihre Meinung fragen und daraus ein Konzept entwickeln.

Dabei zählt er auf seinen Vizepräsidenten René Stammbach. Der Präsident von Swiss Tennis war im Herbst des vergangenen Jahres Haggerty bei der Wahl zum neuen ITF-Boss unterlegen. «Aber wir arbeiten gut zusammen, René hat immer wieder Visionen und Ideen», sagte Haggerty.
Mit dem Gedanken Stammbachs, den Davis-Cup der Männer nur noch alle zwei Jahre auszutragen, kann er sich aber nicht anfreunden. «130 Länder spielen Davis-Cup, und für die meisten ist es wichtig, dass er jedes Jahr ausgetragen wird», sagte Haggerty.

Allerdings könne er sich vorstellen, dass der Titelverteidiger in der ersten Runde ein Freilos erhält und im Viertelfinal mit einem Heimspiel startet, um den Triumph mit den eigenen Fans noch einmal zu zelebrieren. Einen gemeinsamen Final, Frauen und Männer, möchte er aber nicht.

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