Eine Gala bot im letzten Achtelfinal David Goffin, die Nummer 14 der Weltrangliste. Um die Nummer 1 bangten die Organisatoren, nachdem Goffin letzte Woche in Bastad (Sd) in seinem Startspiel gegen Benoit Paire (Fr) bloss fünf Games gewonnen und von Rückenproblemen gesprochen hatte. Als schon vor dem ersten Aufschlag die Physiotherapeuten der ATP Tour auf dem Centre-Court aufmarschierten, ging das Hoffen und Bangen weiter. Die Medizinmänner mussten sich jedoch nicht um Goffin kümmern, sondern der Argentinier Horacio Zeballos, der vor zwei Jahren auf Sand sogar Rafael Nadal besiegt hat, benötigte kurzfristig noch Augentropfen.

Ob der Argentinier dann viel besser mitbekommen hat, wie ihm die Bälle um die Ohren flogen, sei dahingestellt. Jedenfalls hatte Goffin schon nach einer Viertelstunde gleich viele Games gewonnen wie vor einer Woche bei der Niederlage im schwedischen Seebad. Und nach lediglich 45 Minuten stand sein 6:1, 6:1-Sieg fest. "Für ein erstes Spiel in Höhenlage war das nahezu perfekt", so Goffin. "Der Rücken bereitet mir keine Probleme mehr. Ich fühle mich zu hundert Prozent fit. Jetzt hoffe ich, dass ich dem positiven Druck der Nummer 1 des Turniers gewachsen bin."

Auch nach 100 Jahren sind am Gstaader Tennisturnier noch Premieren möglich. Zum ersten Mal in der Geschichte des Swiss Open qualifizierten sich alle acht Gesetzten für die Viertelfinals. Setzlisten gibt es in Gstaad seit 1968 und dem Beginn der Profi-Ära. Seither erreichten sieben Mal (1975, 1976, 1981, 1983, 1990, 2003, 2011) sechs Gesetzte die Runde der letzten acht. Einen kompletten Durchmarsch der Gesetzten, wie jetzt am Jubiläumsturnier durch David Goffin (1), Feliciano Lopez (2), Dominic Thiem (3), Titelhalter Pablo Andujar (4), Thomaz Bellucci (5), Joao Sousa (6), Pablo Carrena Busta (7) und Santiago Giraldo (8), gab es noch nie.

Von den acht Gesetzten stand der Portugiese Joao Sousa (ATP 43), letzte Woche Finalist in Umag, der Niederlage am nächsten. Sousa entschied die bislang längste Partie des Turniers gegen den Usbeken Dennis Istomin nach zwei Stunden und 33 Minuten mit 6:7 (6:8), 6:3, 7:6 (7:4) zu seinen Gunsten. Istomin hätte die Partie gewinnen müssen! Er führte zuerst mit einem Satz und einem Break. Im Entscheidungssatz führte er nochmals mit 5:2, später vergab er auch noch drei Matchbälle.