Wer sehen wollte, wie ernst es die 21-Jährige damit meinte, musste früh aufstehen. Sehr früh. Bereits um 08.00 Uhr, weit bevor die Tore zur Anlage von Roland Garros für das Publikum geöffnet werden, trainierte sie zwei Stunden und nahm sogar einen Platzwechsel in Kauf. Angeleitet wurde sie von Konditionstrainer Martin Hromkovic, der sie als Einziger aus ihrer Entourage nach Paris begleitet hatte. Trainer Iain Hughes fehlt, ob er weitermacht, ist offen.

Erster Sieg seit drei Jahren

Ungeachtet der Unklarheiten im Umfeld sind die French Open für Bencic bereits ein Erfolg. Sie hat hier den ersten Sieg auf Sand seit drei Jahren errungen, und noch viel wichtiger: Die Vor-Stressfraktur am rechten Fuss bereitete bisher keine Probleme mehr. Dass sie sich trotz spielerisch bescheidener Leistung durchsetzte, rechnet ihr SRF-Experte Heinz Günthardt besonders hoch an: «Belinda hat einen Dickschädel, das zeichnet Champions aus.»

Bencic trifft in der zweiten Runde auf die 29-jährige Slowakin Magdalena Rybarikowa (WTA 18). Es ist das dritte Duell, beide haben je einmal in jeweils drei Sätzen gewonnen. Dass Bencic bereits die letzte im Tableau verbliebene Schweizerin ist, sieht sie als Ansporn: «Ich möchte die Schweizer Fahne hochhalten!»