Bencic, die Weltnummer 47, wurde für ihre Aufholjagd belohnt. Die Schweizerin gab im Entscheidungssatz ihren Aufschlag zum 2:3 und 3:4 ab, schaffte aber postwendend die Rebreaks. Auch im Tiebreak befreite sich die 21-Jährige aus einer misslichen Lage. Sie drehte einen 2:4-Rückstand zur 5:4-Führung. Beim Stand von 6:5 verwertete Bencic prompt den ersten Matchball.

Bencic zeigte ihrem ersten Halbfinal seit über zwei Jahren (s'-Hertogenbosch 2016) ihr Kämpferherz. Sie darf sich auf diesen Sieg etwas einbilden, obwohl er gegen eine schlechter klassierte Spielerin zustande kam. Die 18-jährige Ukrainerin ist zwar nur die Nummer 66 der Welt, erfreut sich aber einer ausgezeichneten Form. In der vergangenen Woche gewann sie in Hongkong zum ersten Mal ein WTA-Turnier. Die Frau aus Odessa ist die jüngste Spielerin in den Top 90.

Die 21-jährige Bencic, die sich über die Qualifikation ins Hauptfeld gekämpft hatte, sammelte bei dem mit 250'000 Euro dotierten Anlass wertvolle Punkte. Sie wird am Montag auf jeden Fall in die Top 40 vorstossen.

Im Endspiel wartet nun die Top-Ten-Spielerin Julia Görges auf die Schweizerin. Die Deutsche spielte 2015 zwei Partien gegen Bencic, die Bilanz lautet 1:1. Bencic bestreitet gegen die Weltnummer 9 ihren siebenten Final auf WTA-Stufe. 2015 in Eastbourne/Rasen und Toronto/Hart resultierten die bislang zwei Turniersiege. In dieser Saison hatte die Schweizerin als vorläufige Höhepunkte zweimal die Viertelfinals erreicht (Washington und New Haven), in Wimbledon tauchte sie in den Achtelfinals auf.