Swiss Indoors

Basel hat für Publikums-Liebling Roger Federer nicht erste Priorität

Roger Federer will auch an den World Tour Finals und im Davis-Cup jubeln.

Roger Federer will auch an den World Tour Finals und im Davis-Cup jubeln.

Es ist sein Heimturnier, er ist der Publikums-Liebling. Roger Federer und die Swiss Indoors, das ist eine besondere Beziehung. Doch die grossen Ziele des Weltstars sind heuer andere - Basel hat nicht erste Priorität.

Die Swiss Indoors liegen Roger Federer am Herzen. Bei seinem Heimturnier werde er immer spielen, sagte er vor eineinhalb Jahren. Damals herrschte Eiszeit zwischen dem Tennisstar und Roger Brennwald, dem Präsidenten und Turnierdirektor. Roger und Roger hatten sich nicht auf einen neuen Vertrag einigen können. So spielte Federer vor einem Jahr ohne Gage in Basel.

Vor einem halben Jahr schienen die Probleme ausgeräumt. Sie hätten das Kriegsbeil begraben und nach langen Gesprächen mit Federer-Manager Tony Godsick eine Vereinbarung getroffen, teilte Brennwald mit. Doch nun sickerte durch, dass Federer zwar in Basel spielt, aber nach wie vor ohne Vertrag. Nach dem Turniersieg in Schanghai hatte ihm sein Coach Severin Lüthi sogar empfohlen, auf die Swiss Indoors zu verzichten. Federer habe in diesem Jahr schliesslich schon zweimal im Davis-Cup in der Schweiz gespielt und ausserdem sei er ja in Basel nicht vertraglich gebunden.

Federer setzte in der vergangenen Woche auf Sand. Er bereitete sich bereits drei Tage lang auf den Davis-Cup vor. Zwei Events stehen für die Nummer zwei in diesem Jahr noch im Fokus. Zum einen die World Tour Finals der besten acht Profis in London und direkt am Anschluss daran der Davis-Cup-Final gegen Frankreich in Lille.

Körperlich fit

Schon sechs Mal triumphierte Federer bei den World Tour Finals, das ist Rekord. Nur zu gerne möchte er sich zum siebten Mal Ende der Saison diese Krone aufsetzen. Die Chancen dazu stehen nicht schlecht, Federer fühlt sich in London wohl und spielte sich in den vergangenen Wochen in einer tollen Form. Auch körperlich fühlt er sich topfit, er glaubt, dass er sogar drei Turniere – Basel, Paris-Bercy und die World Tour Finals – sowie den Davis-Cup durchsteht.

Der Triumph im Mannschaftswettbewerb fehlt ihm noch in seiner Trophäensammlung. Und viele Chancen bleiben ihm nicht mehr, die hässlichste Salatschüssel der Welt, wie der Pokal oft genannt wird, einmal in die Höhe zu stemmen. Sand haben die Franzosen gewählt. Vielleicht sind sie auf dieser Unterlage gar nicht einmal stärker als die Schweizer. Aber sie haben den Vorteil, sie können sich in Ruhe auf diese Unterlage vorbereiten, wohl keiner von ihnen ist in London dabei, dafür gleich beide Schweizer, die im Einzel die Punkte gewinnen müssen - neben Federer auch Stan Wawrinka. «Wenn das aufgeht, haben sie alles richtig gemacht, wenn wir gewinnen, dann war es ein brutaler Irrtum», sagt Wawrinka. Jo-Wilfried Tsonga, Gilles Simon und Richard Gasquet stimmten im Team der Franzosen für Sand, Gaël Monfils und Julien Benneteau hätten lieber einen Hartplatz gewählt. Mit der Stimme von Arnaud Clément, dem Captain, entschieden die Franzosen sich dann, im Fussballstadion zu Lille einen Sandplatz zu bauen.

Da alle drei Turniere vor dem Davis-Cup in der Halle auf Hartplatz gespielt werden, nutzte Federer die kurze Pause vor den Swiss Indoors, sich wieder einmal mit dem Spiel auf Sand vertraut zu machen.

Federer übt auf dem Sandplatz

Das Turnier in Basel lässt er deshalb aber nicht sausen. Inzwischen trainiert er auch in Basel und trifft morgen um 18 Uhr auf den Luxemburger Gilles Muller. Für Federer geht es auch um Punkte für die Weltrangliste. Er kann sogar zum Jahresende wieder die Nummer eins der Welt werden. Das wäre ein schöner Nebeneffekt, aber Priorität hat die Nummer eins nicht.

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