Tennis
Bacsinszky und Vögele trotz Niederlagen auf dem richtigen Weg

Mit Stefanie Vögele und Timea Bacsinszky verabschiedeten sich die letzten beiden Schweizerinnen in der 2. Runde aus dem French Open. Roger Federer trifft in der 3. Runde heute auf den Russen Dimitri Tursunow (ATP 32).

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Stefanie Vögele (links) und Timea Bacsinszky am French Open in Paris.

Stefanie Vögele (links) und Timea Bacsinszky am French Open in Paris.

Keystone

Roger Federer ist einmal mehr der letzte verbliebene Schweizer Vertreter an einem Grand-Slam-Turnier. Dass bei den Frauen keine Spielerin aus Helvetien mehr dabei ist, stellt keine Überraschung dar. Vielmehr dürfen Stefanie Vögele und Timea Bacsinszky mit ihren Auftritten durchaus zufrieden sein.

Nach einer wahren Fehlerorgie der gebürtigen Bosnierin Andrea Petkovic (WTA 27) ging Vögele (WTA 71) schnell 2:0 in Führung. Doch die Deutsche, die 2012 nach Rückenproblemen bis auf Platz 143 der Weltrangliste zurückgefallen war, steigerte sich kontinuierlich und gewann die nächsten sieben Games. Auch im zweiten Satz konnte die 24-jährige Aargauerin einen ersten Breakvorsprung nicht halten, setzte sich aber am Ende nach einer gelungenen Rückhand 6:4 durch. In dieser Phase spielten beide auf sehr gutem Niveau und zeigten den Zuschauern eine attraktive und unterhaltsame Partie.

Der entscheidende Satz verlief dann ähnlich wie der erste. Vögele führte 2:1, konnte ihre aggressive Taktik aber nicht durchziehen und verlor nach 1:49 Stunde nach einem Doppelfehler, ihrem zweiten der Partie, 2:6, 6:4, 2:6. Insbesondere der Service liess die Schweizerin im Stich. Sie brachte weniger als die Hälfte der ersten Aufschläge ins Feld, und mit dem zweiten gewann sie nur 38 Prozent der Punkte. Die mit 1,80 m zehn Zentimeter grössere Petkovic, im April Siegerin des Sandturniers in Charleston, hatte da klare Vorteile.

Vögele wird zwar nach ihrer Drittrundenqualifikation im vergangenen Jahr in der Weltrangliste rund zehn Positionen verlieren, zog aber dennoch ein zumindest teilweise positives Fazit. "Es gibt einiges, das ich besser hätte machen können, vor allem im dritten Satz", analysierte die Aargauerin. "Ich hätte mich von ihr weniger in die Defensive drängen lassen sollen. Wenn ich besser aufgeschlagen hätte, wäre das vielleicht eher gelungen." Dennoch sei es alles in allem eine ordentliche Leistung gewesen.

Noch näher an einer Überraschung war am Mittwoch Timea Bacsinszky (WTA 112) gestanden. Sie unterlag der Weltnummer 15 Carla Suarez Navarro nach grossem Kampf und fast zweieinhalb Stunden 5:7, 6:1, 4:6. "Ich bin stolz auf dieses Spiel, das Turnier und meinen Weg in den vergangenen Monaten", zeigte sich die 24-jährige Qualifikantin ziemlich zufrieden. Vor einem Jahr war die ehemalige Nummer 37 der Welt auf Platz 285 abgerutscht und wollte ihre Tenniskarriere beenden, nun wird sie nach dem French Open wieder zu den Top 100 gehören. "Wenn ich auch noch dieses Spiel gewonnen hätte, wäre das natürlich ausserordentlich gewesen, aber ich habe bis zum Schluss gekämpft."

Mit Vögele, Bacsinszky und der in der ersten Runde an Venus Williams gescheiterten Belinda Bencic werden in zehn Tagen die besten drei Schweizerinnen ganz nahe beieinander zwischen den Plätzen 80 und 100 liegen.

Federer ohne Satzverlust

In anderen Sphären bewegt sich natürlich noch immer Roger Federer. Nach dem 6:3, 6:4, 6:4 gegen den argentinischen Qualifikanten Diego Sebastian Schwartzman (ATP 109) am Mittwoch steht die Weltnummer 4 ohne Satzverlust in der dritten Runde. Dort trifft Federer heute (ca. 12.30 Uhr) auf den unberechenbaren Russen Dimitri Tursunow (ATP 32). Der 17-fache Grand-Slam-Champion hat alle vier bisherigen Partien gewonnen, zuletzt im vergangenen März in Indian Wells 7:6, 7:6.

"Das war ein sehr enges Spiel", erinnert sich der Schweizer, der gegen Schwartzman trotz des klaren Sieges bei garstigen Witterungsverhältnissen nicht völlig überzeugen konnte. "Ich erwarte, dass Tursunow sehr viel riskieren wird." Ein Vorteil sei, dass er den wie er 32-jährigen Russen und dessen Spiel sehr gut kenne. In Paris hat Federer seit 2004 (Drittrunden-Niederlage gegen Kuerten) nie mehr vor den Viertelfinals verloren. (sda)