ATP-Finals

Auch im dritten Anlauf gibts für Federer keinen grossen Titel

Novak Djokovic ist zum vierten Mal in Folge ATP-Weltmeister. In einem enttäuschend einseitigen Final in London besiegt er Roger Federer mit 6:3 und 6:4. Der Basler verliert damit auch seinen dritten grossen Final in diesem Jahr.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Und so hofften Roger Federer und seine vielen Fans, dass der Schweizer im dritten Anlauf zuschlagen würde. Endlich sollte in diesem Jahr ein grosser Titel her. Doch sie hofften vergebens. Auch im Final der World Tour Finals war Novak Djokovic wieder stärker. Dank einer beeindruckenden Vorstellung holte sich der Serbe mit 6:3, 6:4 seinen elften Titel in diesem Jahr. Zum vierten Mal in Folge siegte er bei den World Tour Finals. Federer aber gewinnt keine ganz grossen Turniere mehr. Zuletzt war das im Sommer 2012 der Fall, in Wimbledon.

Dem Schweizer stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. «Es ist nie lustig als Verlierer vom Platz zu müssen», sagte er. Immerhin sei es besser, als gar nicht zu spielen wie vor einem Jahr. Verletzt am Rücken musste er damals auf den Final verzichten.

«Ich hätte mir kein besseres Ende meines Super-Jahres wünschen können», sagte Djokovic und tröstete seinen Gegner: «Roger, ich wünsche dir eine nächste tolle Saison und mir noch viele grosse Duelle mit dir.»

Final ATP Finals Federer - Djokovic

Final ATP Finals Federer - Djokovic

Bereits zum achten Mal trafen Federer und Djokovic in dieser Saison aufeinander. Dreimal setzte sich der Basler durch, fünfmal der Serbe, der nun die Gesamtbilanz zum 22:22 ausglich. Doch Djokovic gewann nicht nur öfters, er gewann vor allem auch die wichtigeren Begegnungen. Siebenmal standen sich die beiden in einem Endspiel gegenüber, einmal im Gruppenspiel der World Tour Finals.

Dort siegte Federer, er siegte im falschen Spiel. Ausser dass diese Niederlage Djokovic 167 000 Dollar Preisgeld kostete, schmerzte sie ihn überhaupt nicht. Kunststück, bei den rund 18,76 Millionen Dollar, die er in diesem Jahr allein auf den Tennisplätzen kassierte. Auch die Niederlage im ersten Treffen, Dubai, tat nicht besonders weh, war es doch das Turnier mit der geringsten Bedeutung.

Dreimal stand immerhin ein Titel bei einem Turnier der zweithöchsten Kategorie, ATP-Masters 1000, auf dem Spiel, Federer gewann in Cincinnati. Dafür unterlag er in Indian Wells und Rom. Schon diese Pleite schmerzte, fehlt der Titel in der italienischen Hauptstadt doch noch in Federers Sammlung. Aber noch weitaus härter sind für ihn die Niederlagen in Wimbledon und beim US Open sowie nun in der Londoner O2-Arena beim letzten Turnier des Jahres, beim Treffen der acht besten Profis. Für Federer ist es ein wichtiges Turnier, es hat für ihn fast den Stellenwert eines Grand-Slam-Turniers.

90 Prozent reichen gegen Djokovic nicht

Mit dem Selbstvertrauen aus dem Gruppenspiel wollte Federer nun die überlegene Nummer eins der Welt in die Knie zwingen. Doch wie schon in Wimbledon und in New York kam er nicht ganz an seine obere Leistungsgrenze heran. Und die muss er einfach erreichen, will er Djokovic schlagen. Längst ist nämlich aus dem früheren Defensivkünstler ein Mann, geworden, der fast alle Varianten beherrscht. Blitzschnell kann er von Abwehr auf Angriff umschalten, schlägt viel besser auf als noch vor Jahren und bringt dazu ein Selbstvertrauen auf den Platz, das durch nichts zu erschüttern ist.

Das zeigte sich auch am Sonntag wieder. Geriet er unter Druck, spielte er fast fehlerfrei. So kam Federer zwar durchaus zu seinen Chancen, doch ein Break schaffte er im ersten Satz nicht. Zweimal dagegen musste er seinen Service abgeben, zu wenig oft kam sein erster Aufschlag in den kritischen Situationen. Da nutzten auch schöne Punkte nichts, Djokovic war effektiver. Und zu viele Fehler leistete sich der Schweizer.

Im zweiten Satz hielt der Schweizer bis zum 4:3 die Partie offen, geriet nie in Bedrängnis. Dann riss der Faden. Zwar wehrte er noch drei Breakbälle ab, aber das war nur noch ein Strohfeuer. Mit einem Doppelfehler beendete er nach 80 Minuten selbst die Partie.

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