ATP Brisbane

3-Satz-Krimi: Roger Federer zieht in Brisbane in den Final ein

In der noch jungen Saison wurde Federer im ersten Duell überhaupt mit dem 26-jährigen Chardy (ATP 34) erstmals getestet. 6:3, 6:7 (3:7), 6:3 lautete nach knapp zwei Stunden das Verdikt zugunsten des Schweizers.

Wie in den Partien zuvor gegen Jarkko Nieminen und Marinko Matosevic schien Federer auch gegen Chardy (ATP 34) früh einem klaren Sieg entgegen zu steuern. Bereits nach acht Minuten führte der topgesetzte Baselbieter 3:0, nach weniger als einer halben Stunde hatte er den ersten Satz, in dem er seinem Gegner bei eigenem Aufschlag nur drei Punkte zugestand, unter Dach und Fach gebracht. Ein schwächeres Tiebreak führte dazu, dass Federers 114. Finaleinzug auf der Tour aber dennoch in Gefahr geriet.

Wie bereits im zweiten Satz bot Chardy auch im dritten Durchgang bei Temperaturen, die phasenweise über 40 Grad kletterten, dem Favoriten dank starkem Service und einer guten Vorhand glänzend Paroli, ehe Federer, begünstigt durch ein paar leichte Fehler von Chardy, das entscheidende Break zum 5:3 gelang. "Er schlug phasenweise sehr gut auf und ich hatte Mühe beim Return. Ich musste geduldig bleiben und auf meine Chance warten", so Federer, der im Anschluss an die Partie an der Seite von Nicolas Mahut den ersten Finaleinzug im Doppel seit dem Turnier in Indian Wells im März 2011 verpasste.

21 Federer-Asse

Federer schlug während der knapp zwei Stunden dauernden Partie gegen Chardy hervorragend auf. Insgesamt gelangen dem Weltranglistensechsten 21 Asse, zudem verbuchte er ähnlich viele Aufschlagwinner und brachte 60 Prozent der ersten Aufschläge ins Feld. In 16 Aufschlagspielen hatte Federer nur einen einzigen Breakball abzuwehren, Chardy seinerseits gewährte dem Schweizer im ersten Duell auf der Tour allerdings auch nur deren drei Chancen zum Servicedurchbruch zu.

Im Final kommt es nun heute Sonntag an der australischen Ostküste zum Traumfinal gegen den Australier Lleyton Hewitt (ATP 60), der von Federers früherem Coach Tony Roche betreut wird. Der ehemalige Weltranglistenerste rang den Japaner Kei Nishikori in zweieinhalb Stunden 5:7, 6:4, 6:3 nieder. Die beiden 32-Jährigen, die sich seit den Junioren kennen, stehen sich zum 27. Mal gegenüber, Federer führt im Direktvergleich mit Hewitt 18:8. Das erste Mal begegnet waren sich die beiden 1996 am Youth Cup in Zürich, als Federer nach abgewehrtem Matchball in drei Sätzen gewann.

"Gegen ihn zu spielen ist immer sehr speziell, wir haben eine total unterschiedliche Spielweise", so Federer, der zu Beginn der Woche mit dem Australier aus Adelaide noch trainiert hatte. "Am Anfang meiner Karriere hatte ich enorme Mühe gegen ihn, er war vor allem im mentalen Bereich viel früher erwachsen als ich." In einem Final auf der ATP-Tour treten die beiden zum fünften Mal gegeneinander an, auf australischem Boden begegnen sie sich allerdings erstmals in einem Endspiel. "Wir werden viel Spass haben", so Hewitt, der nur eine der letzten 17 Partien gegen Federer gewinnen konnte.

Erster Final seit Oktober

Für Federer ist es die erste Finalteilnahme seit Basel im vergangenen Oktober. Seinen 77. und bisher letzten Turniersieg, den einzigen im vergangenen Jahr, hatte der 17-fache Grand-Slam-Champion im vergangenen Juni in Halle gefeiert. Bei einem Sieg gegen Hewitt würde Federer in der ewigen Rangliste John McEnroe (USA) überholen, der in seiner Karriere ebenfalls 77 Turniersiege feierte. Mehr Titel als Federer haben nur Jimmy Connors (USA/109) und Ivan Lendl (Tsch/USA/94) geholt.

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