Nach gut drei Stunden verwertete Wawrinka seinen zweiten Matchball, nachdem ein Rückhand-Volley des südkoreanischen Teenagers ins Aus die Hitzeschlacht im Louis-Armstrong-Stadion beendete. "Es war ein harter Kampf, da es sehr heiss und feucht war", sagte Wawrinka, dessen Shirt komplett durchgeschwitzt war, im Platzinterview. Die Bedingungen seien im Vergleich zu früheren Jahren wesentlich schwieriger. Einige Minuten zuvor hatte er beim Stand von 6:5 und Aufschlag des Südkoreaners einen ersten Matchball mit einem seiner insgesamt 66 nicht erzwungenen Fehlern vergeben.

Auch am vierten Spieltag stieg das Thermometer in Flushing Meadows deutlich über 30 Grad Celsius an. Den heiss-feuchten Bedingungen zum Opfer fiel Jack Sock (ATP 28), der gegen Ruben Bemelmans, Wawrinkas nächsten Gegner, beim Stand von 6:4, 6:4, 3:6, 1:2 auf dem Platz beinahe kollabierte und mit Krämpfen und Schwindelanfällen aufgeben musste. Auch Denis Istomin (Usb) gab gegen Dominic Thiem im dritten Satz auf.

Wawrinka liess sich von dem ihm unbekannten Chung, der in diesem Jahr vorwiegend an Challenger-Turnieren gespielt hatte, nicht überraschen und bewies einmal mehr, dass er körperlich topfit ist. Und spielerisch zeigte sich der French-Open-Champion im Vergleich zur ersten Partie gegen den Spanier Albert Ramos-Viñolas verbessert. Gelegentlich brachte er sich aber immer wieder selber und teilweise ohne Not in Schwierigkeiten.

In den Tiebreaks vermochte Wawrinka zu überzeugen. In der ersten Kurzentscheidung schaffte er gleich bei erster Gelegenheit das Minibreak und gewann die letzten vier Punkte in Folge, im zweiten verschaffte er sich mit dem ersten Ballwechsel und einer fulminanten Vorhand auf die Linie den entscheidenden Vorteil. Am engsten wurde es im dritten Satz, als Wawrinka im Tiebreak einen Satzball seines Widersachers abzuwehren hatte und dies in souveräner Art und Weise tat.

Für Wawrinka, der 26 Asse und 62 Winner schlug, war der Erfolg gegen den Junioren-Finalisten von Wimbledon 2013 der 100. an einem Grand-Slam-Turnier, womit er an einem Major-Turnier zum 30. Mal in die Runde der letzten 32 einzog. In seiner nächsten Partie trifft er auf Ruben Bemelmans (Be/ATP 107), gegen den er noch nie gespielt hat.