Tennis
Zwei Frauen nach zwei Tagen abserviert: Novak Djokovic will mit einer Armee von vier Anwälten die Ausweisung verhindern

Novak Djokovic bekämpft die drohende Ausweisung aus Australien mit juristischen Mitteln. Zunächst liess er sich von zwei Frauen vertreten, nun soll eine andere Anwaltskanzlei und vier Männer ihm die Einreise und die Teilnahme an den Australian Open ermöglichen.

Simon Häring
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Novak Djokovic wurde in Australian das Visum entzogen.

Novak Djokovic wurde in Australian das Visum entzogen.

Keystone

Für Novak Djokovic rückt die Stunde der Entscheidung näher. Mit einer einstweiligen Verfügung hat er die durch die australische Grenzbehörde angeordnete Ausweisung innerhalb von 24 Stunden nach seiner Einreise nach Australien am Mittwoch kurz vor Mitternacht, verhindert. Seither ist der Tennisspieler in einem Quarantänehotel und wartet auf den Prozess. Er soll nicht glaubhaft dargelegt haben, dass er sich aus medizinischen Gründen nicht gegen das Coronavirus hat impfen lassen können. Eine kürzlich erfolgte Infektion gilt in Australien nicht als Kontraindikation.

Seine Anwälte haben seit dem Visumsentzug in den Morgenstunden des 6. Januar Argumente gesammelt, um den Entscheid noch umzustossen. Ihre Strategie fusst auf drei Pfeilern: Erstens: Die Australian Technical Advisory Group of Immunisation (ATAGI) betrachte eine Infektion innerhalb der letzten sechs Monate als Kontraindikation. Zweitens: Djokovic habe alle geforderten Bescheinigungen vorweisen können. Drittens: Prozedurale Fairness. Bedeutet: Seine Anwälte wollen nachweisen können, dass es in der Einvernahme zu juristischen Formfehlern gekommen sein soll.

Djokavic statt Djokovic im Antrag

Entworfen hat diese Strategie ein Team aus vier Anwälten der Kanzlei Svensson Barristers: Nikola Dragojlovic, Nick Wood, Jim Hartley und Paul Holdenson. Ihre Beweisführung haben sie in einem 35-seitigen Dokument niedergeschrieben. Die entscheidende Anhörung ist auf Montag, 10.00 Uhr Ortszeit angesetzt, findet virtuell statt und wird über einen Livestream jeder und jedem und überall auf der Welt zugänglich gemacht.

Paul Holdenson, Nikola Dragojlovic, Nick Wood und Jim Hartley (von links oben im Uhrzeigersinn) vertreten Novak Djokovic vor Gericht.

Paul Holdenson, Nikola Dragojlovic, Nick Wood und Jim Hartley (von links oben im Uhrzeigersinn) vertreten Novak Djokovic vor Gericht.

CH Media

Angestossen hat den juristischen Prozess aber nicht das Männerquartett, das Djokovic nun ermöglichen will, seinen Titel bei den Australian Open zu verteidigen, sondern zwei Frauen. Natalie Bannister und Penelope Ford von der Kanzlei Hall & Willcox. Sie erreichten mit einer einstweiligen Verfügung aufschiebende Wirkung gegen die Ausweisung und legten damit die Grundlage für den Prozess. Weshalb sie nach zwei Tagen durch ein Männerquartett ausgewechselt worden sind, ist nicht bekannt.

Witzige Randnotiz: Im Antrag auf einstweilige Verfügung wird der Name des Tennisspielers falsch geschrieben (Djokavic statt Djokovic).

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