Tennis
Rafael Nadal äussert sich in der «Causa Djokovic» klar: «Er kannte die Bedingungen»

Dass Novak Djokovic Australien vielleicht bald wieder verlassen muss und nicht an den Australian Open spielen kann, sorgt für Aufruhr. Nun hat sich auch sein spanischer Kontrahent Rafael Nadal geäussert. Mit klaren Worten.

Alessandro Crippa
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Nach Australien fliegen, befreit von der Impfpflicht, dann doch nicht einreisen dürfen wegen Visaproblemen. Festsitzen in einem Raum am Flughafen, später in einem Hotel einquartiert werden. Die Anwälte verhandeln lassen, doch bleiben zu dürfen, um die Australian Open zu spielen. Eine Aufschiebung bekommen und bis am Montag bleiben dürfen, anstatt gleich wieder abreisen zu müssen. Das alles hat der serbische Tennisspieler Novak Djokovic in den letzten Stunden erlebt.

Turbulente Zeiten für Novak Djokovic.

Turbulente Zeiten für Novak Djokovic.

Keystone

Derzeit bereiten seine Anwälte neue Argumentationen vor, warum er als Ungeimpfter doch in Australien bleiben dürfen soll. Der Weltrangliste seinerseits sendet seinen Fans und Unterstützern Liebe – direkt aus der Quarantäne im Park Hotel in Melbournes Stadtteil Carlton. Davor tanzen seine Fans.

Djokovics Konkurrenten beziehen Stellung

Der Fall sorgt rund um den Globus für Aufregung. Und nun hat sich auch ein langjähriger Konkurrent Djokovics, der Spanier Rafael Nadal, dazu geäussert. Der Sechste der Weltrangliste spielt aktuell beim ATP-250-Turnier in Melbourne und steht dort im Viertelfinale.

Rafael Nadal ist geimpft und konnte ohne Probleme nach Australien reisen.

Rafael Nadal ist geimpft und konnte ohne Probleme nach Australien reisen.

James Ross / EPA

Rafael Nadal vertritt eine klare Haltung und hat klargestellt, dass Novak Djokovic die Konsequenzen seiner Entscheidung, sich nicht gegen das Coronavirus impfen zu lassen, tragen müsse. Der Spanier sagte:

«Wenn man sich nicht impfen lassen will, wird man Probleme bekommen.»

Nadal, der sich seit langer Zeit für die Impfung von Tennisspielern einsetzt, stellte jedoch klar: «Ich denke, wenn er wollte, würde er ohne Probleme hier in Australien bei den Australian Open spielen.»

Und weiter: «Er hat seine eigenen Entscheidungen getroffen, und es steht jedem frei, seine eigenen Entscheidungen zu treffen, aber dann gibt es einige Konsequenzen.» Natürlich gefalle ihm die Situation nicht, die gerade herrsche. In gewisser Weise tue ihm Djokovic leid. Trotzdem sagt Nadal:

«Aber gleichzeitig kannte er die Bedingungen schon seit vielen Monaten, also hat er seine eigene Entscheidung getroffen.»

Der 20-fache Grand-Slam-Sieger Nadal setzte schliesslich noch einen drauf, indem er sagte: «Nachdem in den letzten zwei Jahren viele Menschen gestorben sind, bin ich der Meinung, dass der Impfstoff die einzige Möglichkeit ist, diese Pandemie zu stoppen. Für mich ist nur klar, dass man, wenn man geimpft ist, bei den Australian Open und überall sonst spielen kann, und die Welt hat meiner Meinung nach genug gelitten, um sich nicht an die Regeln zu halten.»

Ein Verbündeter?

Einer, der in gewisser Weise Verständnis für Djokovic zeigte, ist der Italiener Matteo Berretini. Der Siebte der Weltrangliste sagte: «Natürlich habe ich etwas Mitgefühl. Ich weiss nicht, wie viele Stunden er in diesem Raum war.» Berretini ergänzt: «Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass Melbourne die längste Abriegelung der Welt hatte, also verstehe ich die Frustration der Leute.» Auch wenn es nach Berretini geht, sei die Impfung die einfachste Lösung, um überall antreten zu können.

Matteo Berrettini beim ATP Cup.

Matteo Berrettini beim ATP Cup.

Steve Christo / AP

Sofern Djokovic nicht antreten kann, heisst der grosse Favorit auf den ersten Grand-Slam-Titel des Jahres Daniil Medvedev. Dieser äusserte sich diplomatisch zur Causa Djokovic. Der Russe, der in der Weltrangliste den zweiten Rang belegt, sagte, es gebe Regeln und es gebe Ausnahmen. Er wisse nicht mehr als alle anderen. Medvedev fügte an: «Wenn Djokovic eine faire Ausnahme von der Regel hatte, dann sollte er hier sein. Wenn nicht, sollte er nicht hier sein.» Das höre sich zwar einfach an, aber im wirklichen Leben sei es natürlich sehr schwierig.

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