Swiss Olympic
Swiss Olympic will mehr Geld – sonst droht international bald Flaute

Der Dachverband des Schweizer Sports fordert massiv mehr Geld. Mindestens 30 Millionen Franken seien pro Jahr zusätzlich nötig, wenn die Schweiz international weiterhin mithalten wolle, sagt Präsident Jörg Schild.

Simon Steiner
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Um international mithalten zu können, braucht es mehr Geld - sagt Swiss Olympic Präsident Jörg Schild.

Um international mithalten zu können, braucht es mehr Geld - sagt Swiss Olympic Präsident Jörg Schild.

Keystone

Dennoch kann Swiss-Ski mit dem Beitrag nicht einmal einen Neuntel seines Budgets von rund 45 Millionen Franken decken.

Gleichzeitig können andere Verbände von solchen Zahlen nur träumen. Ringen beispielsweise – ebenfalls eine olympische Sportart – muss mit einem Swiss-Olympic-Beitrag von 130 000 Franken pro Jahr auskommen.

«Der Schweizer Sport braucht mehr Geld, sonst kann er im internationalen Vergleich bald nicht mehr mithalten», sagte Swiss-Olympic-Präsident Jörg Schild anlässlich von Mediengesprächen in Lausanne und Zürich.

Die Rahmenbedingungen für den Leistungssport seien in der Schweiz oft ungenügend. Zudem gingen viele Talente verloren, weil sie nicht gefördert werden oder sich den Sport auf höchstem Niveau nicht leisten könnten. «Gut verdienende Sportler sind die Ausnahme», sagte Schild. «Selbst Topathleten verdienen oft nicht mehr als 25 000 Franken im Jahr. Davon kann man in der Schweiz nicht leben, geschweige denn Leistungssport betreiben und daneben vielleicht noch eine Familie ernähren.»

30 Millionen jährlich als Minimum

Während die meisten Nationen – auch solche mit demokratischen Strukturen wie beispielsweise Australien, Holland oder Kanada – ihre Investitionen in den Leistungssport in den vergangenen Jahren massiv ausgebaut haben, stagniert diese Entwicklung in der Schweiz. Swiss Olympic erhält pro Jahr rund 25 Millionen Franken aus dem Lotteriewesen (Sport-Toto-Gesellschaft) und gut 10 Millionen vom Bund.

Um den Anschluss an die Konkurrenz mittelfristig halten zu können, benötigt der Sport gemäss der Minimalvariante der Rechnung von Swiss Olympic jährlich mindestens 30 Millionen Franken zusätzlich. Um zusätzliche Fördermassnahmen optimal umzusetzen, wären laut Schild 50 Millionen nötig, für eine Maximalvariante gar 75 Millionen. Grosse Hoffnungen setzt er ins neue Leistungssportkonzept des Bundes, das demnächst von Bundesrat und Parlament behandelt wird. Als Paradebeispiel gilt das Modell Grossbritannien, wo nach der Pleite bei den Sommerspielen 1996 ein neues Fördermodell initiiert und auf die Spiele 2012 in London hin nochmals zusätzliche Investitionen in den Sport getätigt wurden – mit durchschlagendem Erfolg.

Bereits angepasst hat Swiss Olympic das Verbandsfördermodell. Neu definiert der Dachverband mit seinen Verbänden Leistungsvereinbarungen über vier Jahre, womit diese mehr Planungssicherheit haben als bisher. Zentrale Faktoren bei der Verteilung der Fördergelder sind die Bedeutung der Sportart und das Leistungspotenzial – wobei insbesondere den Olympischen Spielen grosse Bedeutung zugemessen wird.