Super League
Erkenntnisse des 4. Spieltags: Derbysieg und Leaderthron für Zürich, dafür patzt Basel in Lausanne

Während der FC Zürich das Derby gegen die Grasshoppers in letzter Minute gewinnt, gibt Basel Punkte ab. Vier Erkenntnisse des Spieltags.

Sportredaktion
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1. FC Zürich: Ceesay fühlt sich plötzlich pudelwohl

Assan Ceesay jubelt über den späten Siegtreffer.

Assan Ceesay jubelt über den späten Siegtreffer.

Martin Meienberger / Freshfocus

Das erste Zürcher Derby seit über zwei Jahren gewinnt der FC Zürich. In der 95. Minute, als sich der Grossteil der 15000 Zuschauer im Letzigrund mit einem Remis abgefunden hat, fällt der Siegtreffer doch noch. Ein Abschlussversuch von Wilfried Gnonto landet in den Füssen von Assan Ceesay, der aus nächster Nähe zum 2:1 einschiebt. Wieder ist der Matchwinner der einstige Chancentod Ceesay. Der gross gewachsene Stürmer hat nach vier Ligaspielen drei Treffer auf dem Konto, das ist eines mehr als in der letzten Saison. 2018 war er für rund zwei Millionen Franken von Lugano gekommen, wurde schnell als Transferflop abgestempelt. Nach einer Leihe zu Osnabrück schien er kaum Zukunft in Zürich zu haben. Und dann kam der neue Trainer André Breitenreiter: Ceesay blühte auf. Wie gut die Form des 27-Jährigen ist, zeigt er schon beim ersten Tor der Zürcher. Nach einem langen Ball von Rohner behauptet er sich und bereitet mit einem mustergültigen Ball den Ausgleichstreffer durch Antonio Marchesano vor. Ceesay steht mit seiner Superform sinnbildlich für das Hoch des FC Zürich. Auch nach vier Spielen steht er noch ohne Punktverlust da – und ist der neue Leader der Liga.

2. GC: Captain Abrashi bremst sein Team selber aus

Amir Abrashi (vorne) leistet seinem Team einen Bärendienst.

Amir Abrashi (vorne) leistet seinem Team einen Bärendienst.

Andy Mueller / Freshfocus

Eigentlich war der Start ins Derby gut verlaufen für die Grasshoppers. In ihrem neuen grünen Derbytrikot aufgelaufen, jubelt GC nach sieben Minuten über die Führung. Nach einem Eckball faustet FCZ-Goalie Yanick Brecher den Ball an Verteidiger Fidan Aliti an, der neue GC-Spieler Georg Margreitter schiesst daraufhin sein erstes GC-Tor. Doch die Führung hält nur gerade drei Minuten. Captain Amir Abrashi erweist seinem Team Anfang der zweiten Hälfte einen Bärendienst. Zuerst grätscht er Doumbia um und sieht gelb. 50 Sekunden später trifft er Ceesay: wieder gelb – und damit der Platzverweis für Abrashi. Daraufhin verteidigen die Grasshoppers tief und engagiert. Lange sieht es so aus, dass sie immerhin punkten– bis zur 95. Minute.

3. FC Basel: Cabral alleine kann es nicht richten

Arthur Cabral trifft derzeit aus allen Lagen - alleine kann er es aber nicht richten.

Arthur Cabral trifft derzeit aus allen Lagen - alleine kann er es aber nicht richten.

Marc Schumacher / Freshfocus

FCB-Stürmer Arthur Cabral ist in Topform. In acht Spielen hat der Brasilianer unglaubliche zwölf Tore erzielt. Zwei schiesst er auch gegen Lausanne, es reicht aber nur zum 2:2-Unentschieden. Zu gut spielt Lausanne, zu enttäuschend ist der Auftritt des FCB. Vielleicht liegt dies auch an der Müdigkeit nach der Conference-League-Quali gegen Hammarby, wo es am Donnerstag ins Rückspiel geht. Die Young Boys sind einem ähnlichen Schicksal entgangen, ihr Spiel gegen Lugano wurde auf ihren Antrag hin verschoben. Der Vorsprung Basels auf YB beträgt neu sechs Punkte.

4. FC St. Gallen: Duah lässt die Chancen liegen

Kwadwo Duah scheitert an Sion-Goalie Timothy Fayulu.

Kwadwo Duah scheitert an Sion-Goalie Timothy Fayulu.

Claudio Thoma/Freshfocus

Zwischen St. Gallen und Sion gibt insbesondere ein Rassismusvorfall rund um den Sion-Goalie Timothy Fayulu zu reden, der von St. Galler Fans beleidigt werden sollte. Doch auch der FC St. Gallen steigerte sich deutlich in der zweiten Halbzeit und durch Lüchingers Torpremiere in der Super League gelang der Führungstreffer. Erst in den Schlussminute gelang dank Hoarau den Ausgleich. Das war nur möglich, weil die St. Galler mit ihren Chancen nach dem 1:0 zu nonchalant umgingen, allen voran Duah. Die verlorenen zwei Punkte nervten, und mit dem Last-Minute-Ausgleich des FC Luzern vor drei Wochen fehlen nun bereits vier Zähler auf dem Konto. Das verursacht Frust im St. Galler Lager. Vor allem aber zieht dieser Fakt die Qualitätsfrage nach sich. Selbst wenn nur das grosse Bild zählt, Lüchingers Tor war für das kleine eine schöne Note. Eine andere, dass der Vaduzer Schmied noch kommen könnte.

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