Super-League-Endspurt
Grosse Hoffnung für den FC Sion dank Hoaraus klassischem Hattrick

Die Walliser geben sich im Abstiegskampf noch lange nicht geschlagen. Der 3:0-Sieg in St. Gallen ist Zeugnis davon. Auch Vaduz, St. Gallen und der FCZ zittern.

Markus Brütsch
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So erzielt Guillaume Hoarau (Nummer 99) für den FC Sion das 1:0 gegen den FC St. Gallen.

So erzielt Guillaume Hoarau (Nummer 99) für den FC Sion das 1:0 gegen den FC St. Gallen.

Freshfocus

Wo hat Fabio Grosso bloss hingeschaut?

Nachdem der FC Sion im vergangenen Spätsommer mit der Verpflichtung von Torjäger Guillaume Hoarau einen gefeierten Transfercoup gelandet hatte, fand der neue Trainer überraschenderweise keine Verwendung für den ehemaligen französischen Internationalen. Selbst dann nicht, als es der Mannschaft überhaupt nicht lief und seine Entlassung absehbar wurde, blieb der Italiener stur und verzichtete auf den langjährigen YB-Helden.

Weltmeister Grosso wurde von Präsident Christian Constantin schliesslich doch weggeschickt und durch Marco Walker ersetzt. Der 51-Jährige kannte den Wert des grossgewachsenen Stürmers, setzte nach dem 0:3 in Vaduz konsequent auf ihn und wurde nun am Sonntag mit einer Galavorstellung Hoaraus belohnt. Das Alter von 37 Jahren hielt diesen nicht ab, im St. Galler Kybunpark nach der Pause mit einem Hattrick für einen 3:0-Sieg zu sorgen und die Hoffnung auf den Klassenerhalt des FC Sion zurückzubringen.

Nach 17 Spielen endlich wieder einmal zu null

Sein Team näherte sich damit dem Verlierer bis auf drei Punkte an. Es hatte beim ersten Zu-null-Sieg nach 17 Partien von einem Platzverweis gegen St. Gallens Betim Fazliji wegen einer Notbremse zehn Minuten nach dem Wechsel profitiert. «Endlich wieder mal ein grosser Erfolg. Wir haben nach der Pause beim Gegner Fehler provoziert und diese ausgenützt», sagte Hoarau. Der Routinier warnte aber sogleich: «Wir müssen nun konzentriert bleiben. Es folgen noch drei schwere Spiele.» Genauer: Luzern (h), Lugano (a) und Basel (h). Die Walliser zogen bei ihrem Aufbäumen die Ostschweizer tief mit in den Abstiegssumpf. Die Grün-Weissen müssen noch gegen den FCZ (a), Lausanne (h) und Servette (a) antreten, ehe sie am Pfingstmontag den Cupfinal gegen Luzern bestreiten.

Auch der FC Zürich ist noch nicht aus dem Schneider

Neben Sion und St. Gallen müssen knapp zwei Wochen vor Saisonschluss auch noch der FC Vaduz und der FC Zürich um den Klassenerhalt fürchten. Nachdem die Zürcher am letzten Sonntag mit dem 3:0-Heimsieg gegen Lugano für den vermeintlich entscheidenden Schritt in Richtung Ligaerhalt gesorgt hatten, müssen sie nach dem 2:2 in Lausanne nun doch noch gegen ein Abrutschen auf den Barrageplatz gewappnet sein. Der Vorsprung auf diesen und den FC Vaduz beträgt nur noch drei Punkte. «Unsere erste halbe Stunde mit der 2:0-Führung war gut», sagte Trainer Massimo Rizzo, «das Wundertor von Evann Guessand zum Ausgleich war für die Lausanner dann aber verdient.» Am Mittwoch zu Hause gegen St. Gallen, dann in Basel und zuletzt im Letzigrund gegen Vaduz lautet das Programm der Zürcher. So könnte es am letzten Spieltag in zwei Wochen zu einem Abstiegsknüller gegen die Liechtensteiner kommen.

Diese hatten am Samstag ihrer schlechten Serie mit nur einem Punkt aus vier Spielen ein Ende gesetzt und eindrücklich dokumentiert, dass ihnen die Luft noch lange nicht ausgeht. Tunahan Cicek schoss nach 25 Partien ohne Tor das 1:0, Joël Schmied legte mit seinem siebten Saisontor zum 2:0 nach. Sieben Tore sind für einen Innenverteidiger eine stolze Marke. «Nach meinen unglücklichen Spielen bin ich happy, meiner Mannschaft wieder geholfen zu haben», sagte Schmied. Die Vaduzer empfangen nun noch YB und Servette, ehe sie die Saison in Zürich beenden.

Während es für Lugano (43) und Lausanne (43, Giorgio Continis Vertrag wird nicht verlängert) in den letzten Spielen wohl weder um den Klassenerhalt noch um einen Platz im Europacup geht, balgen sich hinter Meister YB noch Basel (47), Servette (47) und Luzern (45) um zwei Plätze in der Qualifikation für die Conference League.