Kommentar
Super League: Der FC Basel sät erfolgreich Panik

Der Mythos war Jahr für Jahr derselbe: Die Super-League-Gegner des FC Basel erwarteten einen schwachen Saisonstart des Dauer-Meisters. Doch der Mythos entspricht eben nicht der Wahrheit - trotzdem wurden bereits zwei Trainer ihres Amtes enthoben.

Etienne Wuillemin
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Der FC Basel: die von Mythen umgebene Meistermannschaft.

Der FC Basel: die von Mythen umgebene Meistermannschaft.

Keystone

Es gab mal eine Zeit im Schweizer Fussball, da lautete die Frage zu Saisonbeginn jeweils: Wie schlecht startet der FC Basel wohl diesmal? Die Konkurrenz rannte davon – und konnte den Vorsprung manchmal ins Ziel retten (FCZ), manchmal auch nicht (YB). Es sind längst vergangene Zeiten.

Alle setzen auf FCB-Probleme

Die Basler Startschwierigkeiten sind nichts mehr als ein Mythos. Die Konkurrenz vertraut trotzdem Jahr für Jahr darauf. Es ist ein Mix zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Im Wissen: Aus eigener Kraft Meister werden – das ist unmöglich. Passiert dies nicht, fordert das Opfer bei der Konkurrenz.

Forter Forte

In der Saison 2012/13 hat Uli Forte die Rolle des Herausforderers mit GC überragend gespielt. Wenig fehlte zum Überraschungscoup, der Cupsieg krönte die Saison. Am Ende jener Saison folgte der überstürzte Abgang zu YB. Die Hoffnung in der Hauptstadt war, dass mit Forte die Zeit der ewigen Titellosigkeit (seit 1987) endlich ein Ende finden möge. Forte nährte die Träume mit einem Start nach Mass, die fünf ersten Spiele mit YB gewann er allesamt.

Doch die Hauptstadt hat sich getäuscht. Seit diesem Traumeinstand stagnierte YB. Auch Forte konnte dem Team die Reife für grosse Spiele nicht einimpfen. Dazu kamen zwei Cup-Blamagen in Serie. YB ist in der Entwicklung unter Forte zwar einen Schritt weiter als es unter Gross oder Rueda war, aber immer noch meilenweit von einem Titelgewinn entfernt – und nur das zählt für die Mäzene Andy und Hans-Ueli Rihs.

Die Liga läuft weiter

Nach drei Spieltagen haben mit dem FCZ und YB die beiden mutmasslich grössten Herausforderer des FCB also bereits ihre Trainer gewechselt. Ob die Meisterschaft nun deswegen spannender wird? Zweifel sind angebracht. Anders als beim FCZ überrascht der frühe Zeitpunkt der Trennung bei YB trotzdem. Man wird den Eindruck nicht los, die Führung habe die Nerven allzu früh verloren.

Auch Sportchef Fredy Bickel trägt eine Mitschuld an der Krise. Er hat es versäumt, das eigentlich gut besetzte Team mit den richtigen Puzzle-Teilen zu ergänzen. Der Trainerwechsel ist sein letzter Joker. Dieser muss stechen. Und nicht einmal dann ist es sicher, ob er noch lange in Bern arbeiten darf.