Eidgenössisches
Stucki schliesst die letzte Lücke – und denkt noch lange nicht ans Aufhören

Dass es ihm im Alter von 34 Jahren doch noch gelingt, den unerfüllten Schwingerkönig-Traum in die Realität umzusetzen, daran glaubte nicht mal Stucki selbst so richtig.

Marcel Kuchta
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So sieht der Schwingerkönig 2019 aus... (Bild: Keystone)
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... während Festsieger 1b Joel Wicki die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben steht. (Bild: Keystone)
Sieg für Stucki. (Bild: Keystone)
Christian Stucki jubelt ausgelassen. (Bild: Keystone)
Erleichtert: Christian Stucki. (Bild: Keystone)
Ein Küsschen für seine Frau Cecile gibts natürlich auch. (Bild: Keystone)
Christian Stucki jubelt mit seinem ganzen Team. (Bild: Keystone)
Christian Stucki ist Schwingerkönig 2019 (Bild: Keystone)
Hier wird Wicki von Stucki gelegt. (Bild: Keystone)
Wicki und Stucki teilen sich zwar den Festsieg, Schwingerkönig wird aber trotzdem Christian Stucki, weil er am Schluss auf Platz 1a steht. (Bild: Keystone)
Wicki und Stucki werden von ihren Kollegen durch die Luft getragen. (Bild: Keystone)
Die Erlösung steht im ins Gesicht geschrieben: Christian Stucki nachdem er Wicki auf den Boden gelegt hat. (Bild: Keystone)
Nur knapp 45 Sekunden dauerte es, bis Christian Stucki Joel Wicki auf dem Rücken hatte. (Bild: Keystone)
Jubel bei Christian Stucki: der 34-Jährige Berner holt sich den Titel als Schwingerkönig 2019 (Bild: Keystone)
Stucki geht nach seinem Sieg gegen Wicki auf die Knie. (Bild: Keystone)
Christian Stucki (l.) bodigt Joel Wicki im Schlussgang (Bild: Keystone)
Samuel Giger, rechts, jubelt nach seinem Sieg gegen Sven Schurtenberger (Bild: Keystone)
Armon Orlik, rechts, bezwingt Fabian Staudenmann (Bild: Keystone)
Marcel Mathis, rechts, jubelt nach seinem Sieg gegen Patrick Schenk (Bild: Keystone)
Pirmin Reichmuth, links, jubelt nach seinem Sieg gegen Kilian Wenger (Bild: Keystone)
Andreas Döbeli (l.) bleibt nach dem Gestellten gegen Kilian von Weissenfluh klar auf Kranzkurs. (Bild: Keystone)
David Schmid freut sich über einen hart erarbeiteten Sieg am Boden. (Bild: Keystone)
Armon Orlik (l.) findet gegen Christina Stucki kein Rezept: die beiden stellen. (Bild: Keystone)
Joel Wicki (l.) nimmt wieder Fahrt auf und feiert seinen fünften Sieg. (Bild: Keystone)
highres_389309638 (Bild: Keystone)
Wicki war dem Sieg eine Spur näher, doch auch Stucki hatte Chancen. (Bild: Keystone)
Armon Orlik (l.) bringt sich mit einem Siege gegen König Kilian Wenger in die Poleposition. (Bild: Keystone)
Stephan Studinger (l.) hat gegen Pirmin Reichmuth das Nachsehen. (Bild: Keystone)
Patrick Räbmatter (r.) muss sich von Daniel Bösch besiegen lassen. (Bild: Keystone)
Auch Marcel Kropf muss mit einer Niederlage am Sonntagmorgen leben. (Bild: Keystone)
Joel Wicki kommt im vierten Gang zu seinem vierten Sieg. Das Nordostschweizer Schwergewicht Domenic Schneider legt er problemlos auf den Rücken. (Bild: Keystone)
Auch Armon Orlik hat nach Tag eins vier Siege auf seinem Notenblatt. Von den meistgenannten Favoriten sind damit nur noch er und Wicki im Königsrennen. (Bild: Keystone)
Dafür ist Christian Stucki definitiv ein heisser Anwärter auf den Königstitel. Fragen nach seinem Formstand beantwortete er mit vier Siegen in Serie. (Bild: Keystone)
Für den Aargauer Nick Alpiger war es ein brutaler Tag. Nach dem Sensationssieg gegen Samuel Giger behinderte ihn seine Hüftverletzung wieder und er verlor darum gegen Thomas Kropf. (Bild: Keystone)
Der Aargauer Andreas Döbeli ist mit drei Siegen und einem Gestellten zusammen mit Patrick Räbmatter bester Nordwestschweizer nach Tag eins. (Bild: Keystone)
Christian Stucki (r.) läuft es. (Bild: Keystone)
Auch Armon Orlik (r.) ist im Königsrennen voll dabei. (Bild: Keystone)
Domenic Schneider, wird seiner Rolle als Geheimfavorit gerecht, obwohl er gegen Wicki zum Schluss verliert. (Bild: Keystone)
Stephan Studinger (r.) konnte seine zwei ersten Gänge gewinnen, musste dann aber gegen König Kilian Wenger einer Niederlage einstecken. (Bild: Keystone)
Joel Strebel (r.) im Einsatz gegen Michael Gwerder. (Bild: Keystone)
Christoph Bieri (mit Kopfschutz) will in Zug seinen 100. Kranz gewinnen. (Bild: Keystone)
Bitter: Nach dem sensationellen Start behindert Nick Alpiger im zweiten Gang seine Verletzung im Hüftbereich und er verliert gegen Patrick Schenk. (Bild: Keystone)
Auf Kurs: Mitfavorit Joel Wicki. (Bild: Keystone)
Christoph Bieri wird von Christan Stucki ins Sägemehl gedrückt. (Bild: Keystone)
Samuel Giger gewinnt gegen den Aargauer Joel Strebel und meldet sich nach der Niederlage gegen Nick Alpiger zurück (Bild: Keystone)
Eine Kuh büxt während der Präsentation der Lebendpreise aus. (Bild: Keystone)
Siegermuni Kolin beeindruckt das nicht. (Bild: Keystone)
Geschlagener Favorit: Das Heimspiel hätte sein Fest werden sollen, nun ist Pirmin Reichmuth nach zwei Gängen bereits aus dem Rennen. (Bild: Keystone)
Sensationell: Nick Alpiger (l.) jubelt, während Topfavorit Samuel Giger enttäuscht im Sägemehl liegt. (Bild: Keystone)
Alpiger war im Duell mit Giger der besser Schwinger. (Bild: Keystone)
Der Aargauer setzte einen der grossen Saisondominatoren von Anfang an unter Druck. (Bild: Keystone)
Königsfavorit Armon Orlik gewinnt die Revanche gegen König Matthias Glarner, gegen den er 2016 im Schlussgang verloren hat. (Bild: Keystone)
Auch Christian Stucki gelingt der Auftakt: Er bodigt Mitfavorit Pirmin Reichmuth. (Bild: Keystone)
Kein Sieger gab es im Duell des Aargauer Eidgenossen Patrick Räbmatter (l.) mit Andi Imhof. (Bild: Keystone)
Sven Schurtenberger besiegt Daniel Bösch. (Bild: Keystone)
Der Aargauer David Schmid (l.) beweist seine Defensiv-Stärke und kommt gegen Marcel Mathis zu einem Gestellten. (Bild: Keystone)
Kilian Wenger, der König von 2013, siegt zum Auftakt. (Bild: Keystone)
Der Aargauer Christoph Bieri (r.) kommt gegen Arnold Forrer, den König von 2001, zum Sieg. (Bild: Keystone)

So sieht der Schwingerkönig 2019 aus... (Bild: Keystone)

Gibt es irgendjemanden, der Stucki Chrigu diesen Königstitel nicht gönnt? Gut: Eine Umfrage in der Innerschweiz am Sonntagabend hätte wohl ein etwas gemischteres Feedback produziert. Aber mit ein bisschen Abstand werden sogar die enttäuschten Wicki- und Reichmuth-Fans zugeben müssen, dass hier in Zug etwas zusammengekommen ist, das eigentlich zusammengehört: Christian Stucki und der Titel des Schwingerkönigs.

Mit diesem Triumph hat der Seeländer die letzte grosse Lücke in seinem umfangreichen Palmarès endlich schliessen können. Er gewann die beiden – neben dem Eidgenössischen – wichtigsten Schwingfeste: Unspunnen 2008 und Kilchberg 2017. Er holte seit 2007 an jedem Eidgenössischen den Kranz und stand 2013 in Burgdorf schon einmal im Schlussgang, den er gegen Matthias Sempach verlor. 128 Kränze hat der 1,98 m grosse und etwa 140 kg schwere Athlet im Verlauf seiner langen Karriere errungen.

Dass es ihm im Alter von 34 Jahren doch noch gelingt, diesen unerfüllten Schwingerkönig-Traum in die Realität umzusetzen, daran glaubte nicht mal Stucki selbst so richtig. «Dass es wirklich klappte, kann ich gerade noch nicht fassen. Den Titel in meinem Alter noch zu holen, ist unglaublich», rang Stucki nach seinem Triumph nach Worten. Er weiss, dass es die Schwinger-Götter für einmal gut mit ihm meinten. Das war nicht immer so.

Lesen Sie ausserdem die Analyse von Marcel Kuchta:

Für Christian Stucki, der auch in diesem Jahr mit Verletzungen zu kämpfen hatte und kraft seines massigen Körpers stets grossen Belastungen ausgesetzt ist, wäre jetzt eigentlich ein idealer Zeitpunkt, von der grossen Bühne abzutreten. Mehr kann er eigentlich nicht mehr gewinnen.

Aber es gibt da natürlich noch einen anderen Aspekt. Als Schwingerkönig eröffnen sich ihm in wirtschaftlicher Hinsicht ganz neue Dimensionen. Wenn er jetzt seine Karriere beenden würde, dann könnte er diesen Titel niemals in derselben Art kapitalisieren, wie wenn er, der populäre und volksnahe Schwinger, weiter schwingt. Die Sponsoren wollen in den Sportler Stucki investieren, nicht in den Vorruheständler.

Auch darum überrascht es nicht, dass der 34-Jährige wenige Stunden nach seinem Triumph in Zug verkündete, dass er mindestens noch bis zum nächsten Eidgenössischen, das 2022 in Pratteln stattfinden wird, weiterschwingen wird. «Sofern es die Gesundheit erlaubt», wie er anfügt.

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