Wer im ersten Pflichtspiel der Saison im Tor steht, entscheidet Thomas Tuchel erst kurz vor dem Anpfiff. Und schon vorher hatte er eines klargestellt: Die endgültige Entscheidung, wer denn Stammtorhüter bei Borussia Dortmund sein wird, ist damit noch nicht gefallen. Die T-Frage wird erst zum Bundesliga-Start entschieden, das Duell der Torhüter Roman Bürki gegen Roman Weidenfeller ist bis dahin weiter offen.

"Roman Bürki wurde verpflichtet, mit der Möglichkeit, die Nummer eins zu werden. Das ist sein Wunsch, sein Ehrgeiz und das ist auch unser Wunsch und unser Ehrgeiz", sagte Tuchel. Bürki hat den Kampf gegen Weltmeister Weidenfeller längst angenommen.

Bürkis Optimismus

"Ich gehe davon aus, dass ich zum Saisonstart spiele", wurde der 24-Jährige zitiert. Bei allem Respekt vor dem hochdekorierten, aber zehn Jahre älteren Konkurrenten, sieht Bürki seine Fussball-Heimat nach einer starken Saison beim Liga-Absteiger SC Freiburg langfristig in Dortmund, bei seinem insgesamt sechsten Profiklub.

Eine Ablöse von 4,5 Millionen Euro liessen sich die Westfalen den Bürki-Transfer kosten. In der Geschichte des BVB ist er schon der fünfte eidgenössische Spieler, vor ihm spielten bereits Stephane Chapuisat, Alex Frei, Philipp Degen und André Egli für die Schwarz-Gelben. Aber Bürki ist der erste Schweizer Torhüter im Borussen-Tor.

Der 1,87 m lange Nationalkeeper (bisher zwei Einsätze) und WM-Teilnehmer sieht sich als Vertreter der modernen Torhüter. "Das Wichtigste für einen Torwart ist die Null. Aber klar, das Spiel mit dem Fuss ist für die Torhüter wichtiger geworden", sagte Bürki in einem Interview in den Ruhr Nachrichten. Und hier sieht vermutlich auch Tuchel seinen angeblichen Wunschkandidaten im Vorteil gegenüber Weidenfeller, dessen Vertrag am Ende der Saison ausläuft.

Gute Chancen

Deshalb darf sich Bürki bei allen Verdiensten von Weidenfeller in den vergangenen 13 Jahren beim BVB gute Chancen ausrechnen, beim Liga-Start am 15. August gegen Borussia Mönchengladbach zwischen den Pfosten zu stehen - unabhängig davon, für wen Tuchel sich am Donnerstag im Europa-League-Qualifikationsspiel beim Wolfsberger AC entschied.

Doch Tuchel hat den erfahreneren Weidenfeller noch nicht abgeschrieben, kann sich sogar eine Art Job-Sharing vorstellen. Ob der BVB-Coach dann, wie beim FC Barcelona praktiziert, einen Torhüter für die Bundesliga und den anderen für die Pokal-Wettbewerbe nominieren wird, ist völlig offen. Zuletzt verriet Tuchel nur, dass bis auf Weiteres beide Keeper ihre Spielanteile bekommen werden.