Man hatte Stan Wawrinka den Vortritt überlassen am Medientag vor dem Start des Australian Open. Als Erster betrat der Lausanner den Pressekonferenzraum. Der Andrang war nicht gross, aber das kennt Wawrinka schon. Es sind eben meist andere, die vor einem Grand Slam im Fokus stehen.

Während in Melbourne alle über Roger Federer reden, kann sich Wawrinka so ohne viel Tamtam konzentriert vorbereiten. Und dass ihm Federer mal wieder die Show stiehlt, nimmt er diesem auch nicht übel. Vielmehr hat ihn sogar ein Tipp des Baselbieters dazu bewogen, seine Turnierplanung zu ändern und in Brisbane in die Saison zu starten.

«Roger hat mir nur Gutes über die Stadt erzählt», sagte Wawrinka, «und ich hatte das Gefühl, ich brauche mal eine kleine Veränderung.» Und obwohl ihm der Sinn nach Abwechslung stand, so wollte Wawrinka in der Vorbereitung lieber nicht zu viel experimentieren. «Ich habe einfach versucht, mein Level weiter zu verbessern.»

Das sollte ihm auch in seiner ersten Runde gegen den Slowaken Martin Klizan zugutekommen. Der 27-Jährige sorgte in der vergangenen Saison mit seinen Turniersiegen in der 500er-Kategorie in Hamburg und Rotterdam für Aufsehen. Doch Wawrinka ist nicht bange vor Klizan: «Ich habe viel Vertrauen in meine Rückhand, daher habe ich mit ihm als Linkshänder kein Problem.»

Daran, dass er in der dritten Runde auf den australischen Rüpel Nick Kyrgios treffen könnte, will Wawrinka noch nicht denken. Nur das nächste Match sei wichtig. Wer redet schon von Titelgewinn? Aber dann fügte er doch hinzu: «Wenn ich mich weiter so antreibe und alles richtig mache, wird das starke Ergebnis kommen. Ich bin bereit, für den ersten Grand Slam des Jahres.» Wer genau hin hört, kann das als Kampfansage verstehen.