Regionalfussball

Spieler des SC Seengen in Quarantäne – bereits zum Saisonauftakt müssen mehrere Spiele verschoben werden

Positiver Corona-Test: SC Seengen in Quarantäne

Positiver Corona-Test: SC Seengen in Quarantäne. Ein Beitrag von Tele M1.

Der Saisonauftakt der 4. Liga-Mannschaft muss wegen Corona verschoben werden. Aufgrund eines positiven Tests befindet sich ein Teil der Mannschaft in Quarantäne. Auch in der 3. Liga gibt es coronabedingte Ausfälle.

Schon bevor der Anpfiff zur ersten Meisterschaftspartie auf den regionalen Fussballplätzen erfolgte, mussten zwei Partien im Zusammenhang mit Coronfällen verschoben werden. Jeweils ein Spiel in der 3. und eines in der 4. Liga wurden abgesagt. Es dürften in den kommenden Wochen noch einige folgen.

Es ist ein Szenario, welches für den Aargauischen Fussballverband (AFV) alles andere als überraschend kommt: Noch bevor die Regionalfussball-Meisterschaft am Freitagabend mit dem 2.-Liga-Duell zwischen Suhr und Gränichen eröffnet wurde, musste der Verband bereits die ersten beiden Begegnungen verschieben.

In der 3. Liga findet die für heute um 18 Uhr angesetzte Partie zwischen Neuenhof und Muri 2 nicht statt. In der 4. Liga musste das Duell zwischen Menzo Reinach und Seengen abgesagt werden. Zu Details wollte sich der AFV nicht äussern. Gemäss Recherchen von «Tele M1» sind mehrere Spieler Seengens in Quarantäne. Aber klar ist: Diese Verschiebungen sind nur ein Vorgeschmack auf das, was den Verband in den kommenden Monaten erwarten könnte: Ein stürmischer Herbst.

«Als Verband müssen wir flexibler sein als üblich»

AFV-Geschäftsführer Hannes Hurter hatte schon im Vorfeld der Meisterschaft darauf hingewiesen, dass die ganze Corona-Situation Einfluss auf den Spielbetrieb haben dürfte: «Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben. Als Verband müssen wir flexibler sein in der Terminplanung als üblich. Wir sind uns bewusst, dass die Saison jederzeit abgebrochen werden kann.» Auch deshalb zeigte er sich von den ersten Verschiebungen nicht weiter überrascht. Die verschobenen Spiele werden zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. So oder so hat man beim AFV erst die Termine der Hinrunde fixiert. Durch die absehbaren Spielverschiebungen dürfte sich die sowieso verzögern.

Einen entscheidenden Einfluss hat dabei die kantonale Gesundheitsbehörde mit Kantonsärztin Yvonne Hummel. Sie entscheidet letztlich, welche Massnahmen im Falle eines positiven Coronatests im Umfeld einer Fussballmannschaft ergriffen werden. Sobald das Contact-Tracing-Center über den Fall informiert wurde, werden in der Folge die «engen Kontakte» der Person abgeklärt. Als enge Kontakte gelten dabei Personen, die ungeschützt – also zum Beispiel ohne Maske – länger als 15 Minuten bei weniger als 1,5 Meter Abstand in Kontakt mit der positiv getesteten Person standen. Dabei wird der Zeitraum bis 48 Stunden vor dem Auftreten der ersten Symptome betrachtet.

Ein allfälliges Schutzkonzept wird bei der Beurteilung ebenfalls berücksichtigt. Bei der Überprüfung der Umsetzung werden insbesondere auch Anreise (z. B. individuell oder gemeinsam im Car), Verhalten (z. B. Verwendung von Masken, wenn Abstand nicht möglich) sowie Personalfluss im Gebäude (z. B. gestaffelte oder gleichzeitige Nutzung der Umkleidekabine) abgefragt.

Die Kantonsärztin entscheidet: Wer und wie viele

Danach muss die Kantonsärztin situativ entscheiden, ob nur einzelne Teammitglieder oder gleich die ganze Mannschaft unter Quarantäne gesetzt werden. Diese dauert zehn Tage, sofern keine Symptome auftreten.

Wird ein Klub so seines spielenden Personals «beraubt», dann hat er die Möglichkeit, beim AFV eine Verschiebung der Partie zu beantragen. Dabei kommt der Artikel 45 des Wettspielreglements zur Anwendung: Der Antrag kann gestellt werden, «wenn mindestens sechs Spieler eines Teams an der gleichen, infektiösen Krankheit leiden. Gleiches gilt, wenn sich mindestens sechs Kaderspieler einer Mannschaft zum Zeitpunkt eines Spiels in behördlich angeordneter Quarantäne befinden.»

Das Ganze muss durch die Kantonsärztin bestätigt werden. Auch ihr steht also ein stürmischer Herbst bevor.

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