Challenge League

Spielabbruch in extremis verhindert: Der FC Aarau muss vor dem ersten Saisonsieg zittern

Wem gilt wohl dieser Kuss von Aaraus 1:0-Schütze Oli Jäckle?

Wem gilt wohl dieser Kuss von Aaraus 1:0-Schütze Oli Jäckle?

Ein Brand im Lichtmasten und wieder einmal der plötzliche Verlust der Spielhoheit: Der FC Aarau bangt beim 2:1 gegen Chiasso bis zuletzt um die ersten Punkte in der neuen Saison.

Plötzlich Aufregung, neben, nicht auf dem Platz: Mit Blaulicht fährt das Feuerwehrauto am Samstagabend kurz nach 20 Uhr am Stadion Brügglifeld vor, die Männer in Uniform hasten an den Brennpunkt, wo Rauch aufsteigt. Auch auf der Aarauer Spielerbank erfährt man schnell vom Vorfall und hofft beim Stand von 2:0 gegen Chiasso und mit dem ersten Saisonsieg vor Augen inständig, dass die Sache glimpflich ausgeht und es nicht zum Spielabbruch kommt.

Direktbeteiligte erzählen später, viel habe nicht gefehlt, und es wäre wieder gekommen wie am 13. März 2017, als das Heimspiel gegen den FC Zürich wegen eines Stromausfalls im gesamten Stadion abgebrochen werden musste. Dieses Mal bleibt es dank des raschen Eingreifens aufmerksamer Beobachter und der Feuerwehr beim Brand im Sicherungskasten des Flutlichtmastens in der Totomat-Kurve und beim Ausfall «nur» dieser Lichtquelle, ein Kurzschluss wie anno dazumal wird in extremis verhindert.

Riesenerleichterung bei Feuerwehr und Stadionverantwortlichen! Das gilt auch für die sportlichen Akteure des FC Aarau: Nicht genug, dass sie sich während der zweiten Halbzeit auf dem Rasen mit allen Mitteln gegen den Verlust des ersten Saisonsieges stemmen müssen. Selbiges droht aus Gründen, die sie nicht beeinflussen konnten.

Erster Heimsieg unter Trainer Stephan Keller

Das «Wie» interessiert in den Momenten nach dem Schlusspfiff niemanden, in den Aarauer Reihen ist man einfach nur froh über den ersten Meisterschaftssieg und die ersten Punkte in der neuen Saison. «Sehr, sehr, sehr wichtig», sagt stellvertretend Mittelfeldspieler Olivier Jäckle und unterstreicht die Worte mit heftigem Nicken.

Nicht, dass drei Punkte nach drei Spieltagen ein besonders gelungener Start wären für ein Team, das am Saisonende in der oberen Tabellenhälfte stehen will. Doch der erste Sieg beruhigt die Grosswetterlage über dem Brügglifeld vor der Länderspielpause. Eine weitere Enttäuschung, notabene gegen den erstgenannten Abstiegskandidaten Chiasso – und zur ohnehin genug fordernden Weiterentwicklung nach dem personellen Umbruch wäre viel Druck gekommen.

Die Erleichterung gründet auch darin, dass der so wichtige erste Saisonsieg bis zum Abpfiff auf wackligen Beinen steht. Der FC Aarau ist gegen die Tessiner zwischen der 15. und 80. Minute die spielbestimmende Mannschaft. In dieser Phase erzielen Jäckle (19.) und Shkelzen Gashi (45.+3.) die Tore für das Heimteam und vergeben Raoul Giger und Kevin Spadanuda grosse Chancen auf weitere Treffer.

«65 Minuten lang waren wir Herr und Meister im eigenen Stadion», sagt Trainer Stephan Keller. Den Rest beschreibt er nach dem ersten Heimsieg unter seiner Ägide kurz und knapp mit den Worten: «Schwach gestartet, schwach aufgehört.»

Stimmen zum Spiel - Interviews mit Olivier Jäckle und Cheftrainer Stephan Keller:

Nach siebenstündiger Busfahrt durch die verregnete Innerschweiz sind die Tessiner alles andere als träge und starten überfallartig in die Partie, FCA-Goalie Simon Enzler muss zwei Mal sein ganzes Können auspacken, um einen frühen Rückstand zu verhindern. Ein weiteres Merkmal des verschlafenen FCA-Starts: Es dauert viereinhalb (!) Minuten, ehe erstmals ein Zuspiel eines Aarauers den Teamkollegen erreicht.

Mit Jäckles 1:0 kommt auch das Heimteam im Spiel an und deutet fortan in einigen Aktionen sein Offensivpotenzial an. Doch gleichzeitig mit Chiassos Grosschance zum 1:2 in der 80. Minute jedoch verlieren die Aarauer – es ist ein altbekanntes Muster – aus heiterem Himmel jegliche Souveränität und müssen froh sein, bleibt es beim doch noch erzielten Anschlusstreffer durch Sifneos in der 82.Minute.

Die FCA-Spieler in der Einzelkritik von AZ-Reporter Ruedi Kuhn:

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