Swiss Indoors

Spannungen mit der Turnierleitung sind gewichen

Das Antrittsgeld des Baselbieters fliesst in seine Stiftung.

Das Antrittsgeld des Baselbieters fliesst in seine Stiftung.

Roger Federer freut sich auf sein Heimturnier. Die Differenzen mit Turnierchef Roger Brennwald sind ausgeräumt. Morgen Dienstag steht in der St. Jakobshalle in Basel die erste Partie des 34-Jährige gegen Michail Kukuschkin an.

Roger Federer ist gut drauf. Zwei Tage vor seinem ersten Auftritt bei den Swiss Indoors ist er zu Spässchen aufgelegt. Seine Hausaufgaben hat er gemacht, er freut sich auf einen gemütlichen Nachmittag. Trainiert hat er schon von halb elf bis zwölf Uhr, es folgt der Termin mit der Presse und dann gehts ab über die Strasse, ins Stadion.

Fussballfan Federer lässt sich den Auftritt seines FC Basel nicht entgehen, zumal alles stimmt. Mit den Young Boys gastiert ein attraktiver Gegner im St. Jakob-Park, die Herbstsonne scheint, die Temperaturen sind angenehm.

Federer blickt entspannt seinem Heimturnier entgegen. Weil er in Schanghai schon im ersten Match ausschied, blieb ihm genug Zeit zur Vorbereitung. «Drei Tage habe ich mit Pierre Paganini in Dubai an der Kondition gearbeitet», erzählt er. Daher müsse er in Basel nichts mehr aufholen. «Ich hatte ein paar Anlässe und habe jetzt schon dreimal auf dem Centre Court trainiert, ich bin bereit», sagt er. Schon gestern hätte er spielen können, doch erst morgen greift er um 18 Uhr gegen den Kasachen Michail Kukuschkin ins Turnier ein.

Antrittsgage fliesst in Stiftung

Doch nicht nur deshalb ist Federer locker. Die Differenzen mit Turnierchef Roger Brennwald sind überwunden. Zu Misstönen war es vor zwei Jahren gekommen, als sich Federers Management und der Turnierdirektor nicht über die finanziellen Modalitäten eines neuen Vertrags einigen konnten. Diesmal überliess Brennwald die Verhandlungen Daniel Chambon, der bei den Swiss Indoors unter anderem für die TV-Verträge zuständig ist. Federer hat einen Vertrag über zwei Jahre, sein Antrittsgeld fliesst in seine Stiftung.

«Viel hat sich in den vergangenen 20 Jahren verändert, immer wieder etwas», sagt Federer. «Es gibt so Zeiten, wo es nicht so gut läuft, die hatten wir, die gehörten vielleicht sogar dazu, doch diese Spannungen sind nun weg», betont er. Für ihn sei das Turnier immer das Wichtigste gewesen und am liebsten komme er mit allen gut aus.

Vor 17 Jahren den Anker in Basel geworfen

Inzwischen werde nicht mehr viel darüber geredet, was auch passiert sei, weder in den Medien noch in seinem Umfeld: «Ich konzentriere mich auf die Organisation, die Freude aufs Turnier ist da und von daher hat es sich bei mir intern sehr entspannt.» Es habe viele Diskussionen gegeben zwischen ihm und seiner Familie, es habe auch seine Eltern sehr beschäftigt. «Du willst ja schliesslich an deinem Heimturnier nicht ein negatives Karma haben.»

Zum 16. Mal spielt Federer im Hauptfeld seines Heimturniers. Der erste Auftritt, 1998 gegen Andre Agassi, gehört zu seinen schönsten Erinnerungen. Mit 3:6, 2:6 unterlag der damals 17-Jährige. «Und danach war ich total happy», blickt er zurück. Erstmals habe er erlebt, dass er nach einer Niederlage glücklich sein könne, weil es ihm gelungen sei, mit seinem grossen Gegner mitzuspielen. Angst habe er vor dieser Partie gehabt, mit 0:6, 0:6 unterzugehen.

Routine bringt Ruhe

Inzwischen helfe ihm natürlich auch die Routine, das Turnier ruhiger anzugehen. Er wisse, wie gut er mindestens spiele. Früher habe es da doch viele Fragezeichen gegeben, in dieser Hinsicht habe er viel gelernt. Es helfe natürlich auch, dass er zu den gesetzten Spielern gehöre und damit in der ersten Runde nicht gerade auf den härtesten Gegner treffe. Bis dahin plane er immer, auch die Treffen mit Freunden und der Familie, dann beruhige sich alles. «Aber das Spezielle, vor meiner Familie hier zu spielen, das ändert sich nie», sagt er.

Den Turniersieg, es wäre sein siebter Triumph in Basel und sein sechster Erfolg in diesem Jahr, hat er sich zum Ziel gesetzt. Das Ranking, er ist im Moment die Nummer drei der Welt, interessiere ihn nicht gross. «Als Junior denkst du vielleicht an die Punkte für die Weltrangliste», sagt er.

Und die Nummer eins sei ja kein Thema. «Novak Djokovic ist der Spieler der Saison, neben ihm habe ich ganz gut abgeschnitten», sagt er. «Es ist schon sehr positiv, wie ich gespielt habe», betont er. Auch wenn die Niederlagen gegen Djokovic in den Finals von Wimbledon und beim US Open schmerzten. «Finalniederlagen tun immer weh, weil du halt nahe am Sieg bist», sagt er. Aber er könne sie verstehen und analysieren.

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