Ein Geheimnis wird im Vorfeld der Olympischen Spiele besonders gut gehütet: Wer ist Schlussläufer und eröffnet die Wettkämpfe mit dem Entfachen des Feuers? Idealer Nährboden für Gerüchte aller Art. Das ist auch vor den Winterspielen in Sotschi nicht anders. Besonders hartnäckig hält sich das Gerücht, Alina Kabajewa werde diese Funktion übernehmen.

Die 30-jährige Russin ist nicht nur Olympiasiegerin in der rhythmischen Sportgymnastik und sitzt in der Duma, dem russischen Parlament. Sie gilt seit Jahren auch als Geliebte des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Offiziell bestätigt ist die Beziehung zwar nicht, sie gilt in Russland allerdings als offenes Geheimnis.

Prinz William durfte nicht

Nicht immer erwiesen sich die Gerüchte um den Schlussläufer in der Vergangenheit als richtig. Bei den Sommerspielen vor zwei Jahren wurde gemunkelt, Prinz William entzünde mit der Fackel das olympische Feuer. Schliesslich waren es aber sieben junge britische Athleten, die ihren grossen Auftritt vor der Weltöffentlichkeit hatten.

Wer auch immer das Olympische Feuer entzündet, begibt sich in prominente Gesellschaft: Neben Boxlegende Muhammad Ali, Eishockeystar Wayne Gretzky, Uefa-Präsident Michel Platini kam auch schon dem norwegischen Kronprinzen Hakon die Ehre zu. Erstmals wurde an den Olympischen Sommerspielen 1928 in Amsterdam ein olympisches Feuer entzündet. Den Fackellauf führten die Nazis 1936 an den Spielen in Berlin ein.

65'000 Kilometer unterwegs

Das Feuer wird traditionellerweise vom griechischen Olympia zum Austragungsort getragen. Den Organisatoren reichte es nicht, die Fackel auf dem direkten Weg aus Griechenland ans Schwarze Meer nach Sotschi zu transportieren. Zum ersten Mal flog die Fackel im November zur Internationalen Raumstation ISS, wo Kosmonauten sie auf einen Weltraumspaziergang mitgenommen haben. Aus Sicherheitsgründen musste sie für die Reise allerdings gelöscht werden.

Davor hatte ein Eisbrecher die Flamme bereits zum Nordpol gebracht. Ausserdem brachten sie Athleten auf den höchsten Berg Russlands, den über 5500 Meter hohen Elbrus im Kaukasus. Bis zum Schluss werden es 65'000 Kilometer sein. Rekordhalter bleiben trotzdem die Spiele von Peking mit mehr als doppelt so vielen Kilometern.