Die Ränge 29, 19 und 43 des Titelverteidigers in den drei Trainingssprüngen waren entmutigend. Ammann hingegen war zum Scherzen aufgelegt, zeigte mehrmals sein typisches Lachen. "Das ist nicht so dramatisch", kommentierte er seine Leistungen. Und auf den Hinweis, dass sein erster Auftritt nicht überzeugt habe, antwortete er schnippisch: "Muss er das?"

Der Schweizer Trainer Martin Künzle hatte im Vorfeld aus dem Wunschszenario für den ersten Tag keinen Hehl gemacht. "Simon muss von Anfang an ins Loch springen". Ammann habe vor 14 Tagen in Chaux-Neuve auf einer Schanze, die jener von Krasnaja Poljana ähnelt, hervorragend trainiert. Er näherte damit die Hoffnungen, der Auftakt würde gleich verlaufen wie vor vier Jahren. Ammann hatte damals gleich am ersten Tag auf der Normalschanze seine Gold- Ambitionen angemeldet. Der Toggenburger war in allen drei Durchgängen Bestweite gesprungen.

Vor einem Schweizer Namen leuchtete gestern Abend gleich die Zahl 1 auf. Gregor Deschwanden erreichte im ersten Durchgang mit 98,5 die höchste Punktzahl. Auch in den zwei nachfolgenden Versuchen legt er exakt die selbe Weite in den Hang.

Vier Wochen nach seinem Horrorsturz gab Thomas Morgenstern sein zweites Comeback in diesem Winter. Der Österreicher hatte sich bei seinem schweren Sturz am 10. Januar auf der Skiflugschanze am Kulm ein Schädel-Hirn-Trauma und eine Lungenquetschung zugezogen. Gemessen an den Klassierungen konnte der Österreicher Michael Hayböck mit den Rängen 2, 2 und 1 die grössten Akzente setzen.

Krasnaja Poljana. RusSki Gorki Jumping Center. Skispringen. Normalschanze. 1. Trainingstag. 1. Durchgang: 1. Gregor Deschwanden (Sz) 59,6 (98,5 m). 2. Michael Hayböck (Ö) 58,8 (98) und Severin Freund (De) 58,8 (98). Ferner: 29. Ammann 46,0 (91). - 2. Durchgang: 1. Reruhi Shimizu (Jap) 74,8 (101,5). 2. Hayböck 74,7 (101). Ferner: 17. Deschwanden 68,4 (98,5). 19. Ammann 67,8 (97,5). - 3. Durchgang: 1. Hayböck 77,2 (101). 2. Jernej Damjan (Sln) 75,3 (102). Ferner: 9. Deschwanden 70,2 (98,5). 43. Ammann 57,3 (90,5).