Als "Tricky Spiel" hatte Trainer Sean Simpson das Duell gegen Lettland bezeichnet. Und damit behielt er Recht. Die Schweizer mussten sich den Sieg gegen die hartnäckigen Letten erdauern. Den entscheidenden Treffer erzielte Simon Moser 7,9 Sekunden vor dem Ende. Dabei beanspruchte der kräftige Flügelstürmer der Nashville Predators einiges Glück, war es doch kein Schuss, sondern ein Pass, den ein Lette, bedrängt von Nino Niederreiter, unglücklich ins eigene Tor ablenkte.

Zuvor hatten sich die Schweizer das Leben selber schwer gemacht, denn an Chancen, das 1:0 früher zu erzielen, mangelte es nicht. Wie überlegen die SIH-Auswahl war, verdeutlicht das Schussverhältnis von 39:21. "Wir haben das ganze Spiel Druck gemacht", so Moser. Dass die Schweizer nicht früher jubeln konnten, lag allerdings nicht nur an der mangelnden Kaltblütigkeit, sondern auch am starken lettischen Goalie Edgars Masalskis, dem einige Big Saves gelangen. In der 25. Minute beispielsweise rettete er spektakulär gegen den fleissigen Damien Brunner, der Masalskis mit fünf Schüssen am meisten beschäftigte.

Die Letten, die mit den in der National League A engagierten Ronalds Kenins (ZSC Lions) und Kaspars Daugavins (Genève-Servette) antraten, beschränkten sich zwar in erster Linie darauf, in der Defensive gut zu stehen, sie setzten aber immer wieder Nadelstiche. In der 18. Minute bekundete der Schweizer Goalie Jonas Hiller Glück, als Herberts Vasiljevs nur die Latte traf. Der Keeper der Anaheim Ducks trug erstmals seit dem verlorenen Viertelfinal gegen die USA (0:2) an den Olympischen Spielen 2010 wieder das Nationaldress und zeigte eine tadellose Leistung. "Wir haben bis am Schluss daran geglaubt", sagte Hiller. Und wenn man es immer wieder versuche, gehe der Puck irgendwann rein.

Mit blauem Auge davongekommen

Dank des späten Tores sind die Schweizer, bei denen noch nie zuvor neun NHL-Spieler auf dem Eis gestanden hatten, mit einem blauen Auge davon gekommen. Es war jedoch aufgrund der Statistik klar, dass die Partie gegen die Osteuropäer kein Selbstläufer wird. Seit 2005 hat die SIH-Auswahl gegen die Letten nie höher als mit zwei Treffern Unterschied gewonnen, wobei die Bilanz in den sechs Duellen zuvor ausgeglichen war. An Olympischen Spielen trafen die beiden Teams noch nie aufeinander.

Im zweiten Vorrundenspiel treffen die Schweizer am Freitag auf Weltmeister Schweden, der Tschechien nach einer 4:0-Führung 4:2 bezwang. Dann ist die Equipe von Simpson Aussenseiter, eine Rolle die ihr besser behagt.

Der Spielverlauf im Ticker

Die Schweiz gewinnt ihr Gruppen-Auftaktspiel gegen Lettland 1:0. Das nächste Spiel findet gegen gegen Schweden am Freitag um 16.30 Uhr statt.

Schüsse aufs gegnerische Tor: Schweiz: 39 Lettland: 21

Strafminuten: Schweiz: 6 Lettland: 10

Es ist vollbracht: Der Auftaktsieg ist - wenn auch in letzter Sekunde - geglückt.

Timeout Lettland - Doch der Schweizer Sieg steht so gut wie fest.

Unglaublich: Simon Moser schiesst die Schweiz zum Sieg 7,9 Sekunden vor Schluss!!!

Jetzt oder nie: Noch 35 Sekunden.

Es laufen die letzten eineinhalb Spielminuten. Die Verlängerung steht bevor.

Der lettische Keeper hat 36 Torschüsse überstanden.

Abschluss durch Moser. Doch Masalskis hält - ein weiteres Mal.

Lettland kassiert eine Strafe wegen Halten. Die Chance für die Schweiz knapp vier Minuten vor Schluss der regulären Spielzeit.

Noch sind gut 6 Minuten zu spielen.

Für die Schweiz eine beunruhigend ausgeglichene Schlussphase. Beide Teams mit Torchancen.

Ronalds Kennins, der Stürmer der ZSC-Lions, hatte das 1:0 gegen die Schweiz mit einem Backhand-Schuss auf dem Stock.

Nach der Hälfte des Schlussdrittel steht es 0:0 zwischen der Schweiz und Lettland. Keine Mannschaft vermag das Spiel bis jetzt zu ihren Gunsten zu entscheiden.

Powerplay abgelaufen: Auch nach 8 Minuten Überzahl bleiben die Schweizer ohne Tor.

Die Schweiz profitiert von einem Wechselfehler: 2Min gegen Lettland.

Unterzahl unbeschadet überstanden. Die Schweiz ist wieder komplett.

Damit ist die Strafenbilanz mit je 6 Minuten (vorübergehend) ausgeglichen.

2Min wegen Halten gegen Julien Vauclair

Die Statistik spricht für die Schweiz Insgesamt 24 Schüsse aufs Tor von Lettlands Keeper Masalskis. Wogegen Jonas Hiller 16 parieren musste.

Es geht weiter. Die Schweiz gewinnt auch dieses Bully.

Noch immer steht es 0:0. Das Schlussdrittel verspricht Spannung.

Auch das Verhältnis der Strafminuten zeigt, dass die Schweizer unter Druck kamen. Schweiz 4 - Lettland 2

Das zweite Drittel zeigt sich wesentlich ausgeglichen als die vorangegangenen 20 Minuten. Schussverhältnis 10:12 für die Schweiz.

Auch im zweiten Drittel gibt es keine Tore. Die Letten liefern ein gutes Spiel. Die Schweizer konnten aus ihrer Favoritenrolle noch keinen Profit schlagen.

Damien Brunner konnte auch beim 5. Abschluss nicht an Keeper Masalskis vorbeikommen.

Das Spiel verläuft ausgeglichen. Keine Mannschaft konnte bislang ihre Torchancen nutzen.

Es laufen die letzten 3 Spielminuten des zweiten Drittels.

Das Schweizer-Powerplay verstreicht ungenutzt. Lettland kommt immer besser ins Spiel.

Weber mit Abschluss. Doch Masalskis hält souverän.

Die Schweiz kommt zum dritten Powerplay.

2Min Strafe für Ozolins.

Streit unsanft von den Schlittschuhen geholt vom 41-jährigen Sandis Ozolins, einer lettischen NHL-Legende.

Lettland kann sein Spiel zunehmend forcieren.

Die Hälfte des zweiten Drittels ist gespielt. Noch immer steht es 0:0.

Riesenchance für Weber. Die Schweizer machen Druck.

Auch das zweite lettische Powerplay überstehen die Schweizer gut, kommen sogar zu einer Unterzahl-Chance.

Hiller muss parieren.

Lettland kommt zum zweiten Powerplay

Strafe gegen Simon Moser wegen Haken

Die Schweiz übersteht das Powerplay unbeschadet.

Mikelis Redlihs mit einer grossen Chance für die Letten.

Die Schweiz kassiert die erste Strafe: Raphael Diaz, 2Min.

Die Schweizer setzen sich sofort im Drittel von Lettland fest.

Das zweite Drittel beginnt.

Mit 12:6 hatte die Schweiz das klar bessere Schussverhältnis.

Die Schweizer-Nati konnte die ersten 20 Minuten weitgehend bestimmen. Lettland hatte aber mit einem Lattenschuss die grössere Chance auf die Führung.

Das erste Drittel endet ohne Tore.

Nach 17 Minuten im ersten Drittel steht es 0:0.

Auch das zweite Powerplay konnten die Schweizer nicht zum Führungstreffer nutzen.

Hochkarätige Chance von Nino Niederreiter. Masalskis verliert bei der Parade gar die Maske.

Abschluss von Luca Cunti. Der lettische Keeper Masalskis pariert mit der Maske.

Zweites Powerplay für die Schweiz.

Das Powerplay verstreicht ungenutzt.

2Min. Strafe gegen die Letten. Schweiz erstmals im Powerplay.

Die Schweizer befinden sich in einer ersten Druckphase.

Nino Niederreiter mit einem ersten Abschluss.

Noch keine hochkarätigen Chancen bist jetzt auf keiner Seite

Das Spiel läuft ausgeglichen bis jetzt

Das Spiel Schweiz Lettland findet in der Schaiba-Arena in Sotschi statt

Startaufstellung: Tor: Jonas Hiller

Verteidigung: Seger Matthias Julien Vauclaire Sturm: Nino Niederreiter Martin Plüss Simon Moser

Wilkommen beim Live-Ticker

Vor dem Spiel

Bei den Olympischen Spielen in Sotschi ist Eishockey für die Schweiz so etwas wie die Königsdisziplin. Noch nie trat die Schweiz mit solch einem hochkarätigen Team an. Neun Spieler aus der NHL sind dabei, darunter der wohl beste Torhüter der Welt, Jonas Hiller.

Dementsprechend hoch sind die Erwartungen an die Truppe von Cheftrainer Sean Simpson.

Mit Lettland im Auftaktspiel steht jedoch – obwohl klarer Underdog – ein nicht zu unterschätzender Gegner auf dem Feld. Die Letten gelten als eingespieltes Team.

Die Schweizer kennen Ronald Kenins (ZSC Lions) und Kaspar Daugavins (Servette) am besten. Kenins, der übrigens auch Schweizerdeutsch spricht, steht gleich fünf seiner Zürcher-Teamkollegen gegenüber.

Gut haben die «Eisgenossen» schon mal an ihrer Schussgewalt gefeilt, wie untenstehendes Foto aus dem Abschlusstraining vom Mittwochmorgen beweist. (rhe)