Es ist eine Stärke von Swiss-Ski, dass der Verband das Potenzial der neuen Skidisziplinen rechtzeitig erkannt hat. Ebenso wichtig ist der Freiraum, der den etwas anderen Skisportlern hausintern eingeräumt wird.

Andere Nationen, genannt sei Deutschland, tun sich da bedeutend schwerer. Beim Bestreben des Internationalen Olympischen Komitees, mit den Winterspielen wieder ein vermehrt jüngeres Publikum zu begeistern, kamen auch die Freeskier zum Handkuss. Sie dürfen in Sotschi in Halfpipe und Slopestyle debütieren. «Unsere Reise begann vor vier Jahren», sinniert Disziplinenchef Christoph Perreten. In weiser Voraussicht lancierte Swiss-Ski früh eine Freeski-Equipe. Im Sommer 2011 folgte die erhoffte Aufnahme ins Olympia-Programm 2014.

Die Schweiz stellt bei der Slopestyle-Premiere der Männer eine sehr junge Equipe. Mit Luca Schuler und Fabian Bösch sind zwei 16-Jährige am Start. Kai Mahler ist 18-jährig und bereits eine fixe Grösse in der Szene. Elias Ambühl wirkt mit seinen 21 Jahren da fast schon wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten. «Als Teamleader würde ich mich trotzdem nicht bezeichnen, ich bin eher ein Einzelkämpfer», sagt der Bündner.

Erfolge in Zürich und Aspen

Ambühl startete seine Freeski-Karriere zusammen mit seinem Bruder nach einem Aufenthalt in den USA bereits vor zehn Jahren. Als Freeski-Pionier bezeichnet sich der Maseiner trotzdem nicht. «Ich gehöre eher der zweiten Generation an», stellt er klar. Er tut dies überaus erfolgreich. Ambühl ist ein hochdekorierter Wettkämpfer in Big Air und Slopestyle. Mehrfach siegte er beim grossen Schweizer Freestyle-Stelldichein auf der Zürcher Landiwiese. Ambühl grüsste auch an den X-Games in Aspen (USA), der beliebtesten Spielwiese für Freestyler, vom Podest.

Die Konkurrenz schläft jedoch nicht. Mit der Aussicht auf olympische Meriten setzte eine Professionalisierung ein. «Das Niveau ist deutlich angestiegen, keine Frage», sinniert Ambühl. Nicht unbedingt zum Vorteil des früheren Fussballers. Mutmasslich kommen für ihn die Olympischen Spiele zwei, drei Jahre zu spät. Mit Kai Mahler erhielt er auch aus dem eigenen Lager ernsthafte Konkurrenz. Der meldet sich nach einem im letzten Jahr erlittenen Kreuzbandriss rechtzeitig für Olympia zurück. «Die Pause war nicht nur negativ. Ich lernte neue Tricks, die an den X-Games bestens ankamen», sagt Mahler.

Gedämpfte Hoffnungen

Neue Tricks wird beim heutigen Wettkampf auch «Altmeister» Ambühl auspacken. Das gehört zum Spiel. Er sieht die Olympia-Premiere primär als «riesige Chance, unseren Sport einem grossen Publikum zu präsentieren.» Nicht wirklich abschätzen kann und will er seine Aussichten am Olympia-Berg in Rosa Chutor. Von einem Medaillengewinn geht er nicht aus. Langsam tastete er sich an den äusserst selektiven Parcours an. Beschweren will er sich darüber nicht. Er sagt: «Der Kurs ist echt schwierig. Das geht voll in Ordnung, schliesslich sind wir hier an den Olympischen Spielen.»