Ein Reiseführer für die Gäste der Olympischen Spielen schreibt: «Olympia-Gäste sind der lokalen Bevölkerung die liebsten. Sie bleiben nicht lange und geben viel Geld aus.» Langsam füllen sich die Hotelanlagen in Sotschi, minütlich treffen neue Gäste ein. Das lokale Gewerbe hat umgehend reagiert. In einem Restaurant in Krasnaja Poljana haben sich die Preise auf der Karte über Nacht mehr als verdoppelt.

Auf Nachfrage lächelt die Chefin des Hauses freundlich. Sie wisse nicht, was die Gäste meinen. Gab es den Teller Spaghetti am Vorabend noch für umgerechnet 7,50 Franken, musste man am nächsten Abend schon fast 18 Franken bezahlen. Kein Wunder, sieht man in den Lokalen keine russischen Gäste.

Die steigenden Preise steigern auch die Nachfrage nach Bargeld. Da man in den offiziellen Anlagen nur bar oder mit Visa-Karte bezahlen kann (als Sponsor der Spiele nimmt sich die Firma dieses Recht raus), suchen Nichtinhaber einer Visa-Karte schon fast verzweifelt nach einem Bankautomaten.

In der lokalen Filiale einer Bank lächeln die Frauen am Schalter freundlich. Wo man denn Geld bekommt? Das wissen sie nicht. Auf jeden Fall nicht in der Bank. So ähnlich ergeht es den Gästen fast überall. Im Moment hat es in Krasnaja Poljana erst einen Geldautomaten, der am Strom angeschlossen ist. Entsprechend lang sind die Warteschlangen.