Eishockey
Zuchwil Regio gegen Brandis - der «Millionen-Match» im Sportzentrum

Der EHC Zuchwil Regio empfängt heute Mittwoch um 20.15 Uhr Brandis zum 1.-Liga-Gipfeltreffen.

Michael Schenk
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Gibts Grund zum Feiern für den EHC Zuchwil Regio? (Archiv)

Gibts Grund zum Feiern für den EHC Zuchwil Regio? (Archiv)

Marcel Bieri

Abgesehen vom Stolperer zu Beginn, sprich dem 0:2 zum Saisonauftakt in Burgdorf, ist der EHC Zuchwil Regio tipptopp aus den Startlöchern zur 1.-Liga-Saison 2015/16 gekommen. Nach dem 4:2 in Unterseen und dem 7:1 gegen Belp behielten die Solothurner zuletzt auch in Wichtrach bei Wiki-Münsingen mit 4:0 die Oberhand. Letzteres gar kein zu unterschätzender Prestigeerfolg.

Immerhin hatten die Zuchwiler gegen die Aaretaler zuletzt in den Playoffs zweimal eher peinlich verloren. «Sportlich haben wir gute Zeichen gesetzt», bestätigt der neue Coach, Manfred Reinhard. Allerdings basierten die Erfolge bislang primär auf «Kampf und Einsatz», so der 42-jährige, ehemalige NLA-Verteidiger in Biel. Spielerisch und hinsichtlich Automatismen gebe es noch mächtig Steigerungspotenzial. «Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen.» Freilich ist die Saison noch jung und zahlreiche Spieler neu im Team.

Ein Privileg, dabei zu sein

Für eine «Star-Truppe» innerhalb der Liga, wie es Zuchwil-Regio mit seinen zahlreichen ehemaligen Nationalliga-Playern ist, ist es nicht zwingend selbstverständlich, wenn man punkto Einsatz und Wille gelobt wird. Nicht selten tendieren Ex-Profis nämlich zur Haltung, ihre Karriere im gut bezahlten Amateursport noch locker-flockig ausklingen zu lassen. «Wer nur eine Sekunde so denkt, der ist in der 1. Liga und bei uns ganz besonders fehl am Platz», hält Reinhard fest.

Der zuletzt in St-Imier engagierte Coach nennt es ein «Privileg», in der höchsten Amateurklasse und da, wie im Fall Zuchwil, bei einem der ambitioniertesten Klubs, engagiert zu sein. «Wenn man sich das Ganze Umfeld und alles, was da involviert ist und bewegt wird, vor Augen führt, gibt es null Grund, das Gefühl zu haben, es ginge auch mit weniger als Vollgas.»

Gegen den Krösus

Mit Brandis gastiert heute der Liga-Krösus in Zuchwil. Das vom Huttwiler Unternehmer Heinz Krähenbühl alimentierte und vom Ex-SCB-Verteidiger und Zuchwil-Trainer Andreas Beutler gecoachte Team aus Hasle-Rüegsau hat letzte Saison erstmals die Playoffs erreicht. Dank eines Budgets von rund 600 000 Franken konnte man sich inzwischen weiter verstärken. Insofern darf man, was das heutige Heimspiel der Zuchwiler angeht, von einem absoluten Spitzenkampf sprechen.

Einen, den die Gastgeber natürlich nur zu gern gewinnen möchten. «Wir nehmen den Gegner gewiss sehr ernst, aber ich richte meinen Fokus lieber auf meine Jungs», sagt Reinhard. «Wenn sich jeder seines Potenzials bewusst ist und dieses frei aufs Eis umsetzt, dann ist das das, was wir erreichen wollen.» Spätestens bis zu den Playoffs hin. So oder so aber dürfte heute in Zuchwil 1.-Liga-Eishockey auf höchstem Niveau zu sehen sein. Da stehen sich immerhin zwei Teams vis-à-vis, die zusammen ein Budget von über einer Million Franken verkörpern.

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