Fussball 1. Liga
Zu viel Sand im Getriebe

Der FC Wangen verliert beim bisherigen Schlusslicht Thun II mit 1:3. Die bisherigen Ausreden gelten ab sofort nicht mehr, Verletzungen und fehlende Lizenzen sind passé.

Edgar Straumann
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Thun wehrt erfolgreich einen Wangner Eckball ab.

Thun wehrt erfolgreich einen Wangner Eckball ab.

Edgar Straumann

Was zu Saisonbeginn für den FC Wangen alles so gut begonnen hatte, kommt immer mehr ins Stocken. Waren es zuletzt Ausfälle von Stammspielern oder ausstehende Spielerlizenzen, welche als Gründe für die Erfolglosigkeit aufgeführt werden konnten, kann dies jetzt kaum mehr als Entschuldigung gelten. Die Verletzungen von Raphael Moser und Valdemiro Quinjica sind auskuriert und die Spielberechtigungen von Gustave Campello sowie Jordan Otomo sind eingetroffen.

Somit herrschte beim Auftritt des FC Wangen in der Stockhorn Arena in Thun für die Auseinandersetzung gegen die Reserven des Super League Vertreters keine akute Personalknappheit mehr. Trotzdem mussten sich die Besucher beim bisherigen Schlusslicht, vor allem während der ersten Spielhälfte, mehrheitlich dominieren lassen.

Nichts zu merken von der roten Laterne

Die Thuner stiegen alles andere als wie ein Ranglistenletzter in die Partie. Bereits in der elften Minute musste Torhüter Häfliger mit einer gewagten Intervention an der Strafrumgrenze einen möglichen Gegentreffer vereiteln. Bei den Gastgebern fiel bereits in der Anfangsphase Mergim Tifeki als steter Unruheherd im Abwehrbereich der Wangner auf. So servierte er seinem Stürmerkollegen Artian Kastrati einen Ball einschussbereit, der jedoch aus einer Distanz von acht Metern neben das Tor zielte. Wenig später kam die Thuner Nummer 11 selber, trotz Behinderung zum Abschluss, scheiterte jedoch an Marco Häfliger.

Dann zeigte sich Gustavo bei seiner Premiere mit dem FC Wangen erstmals in der Offensive, sah aber seinen Scharfschuss an der massierten Abwehr der Einheimischen abprallen. Diese Situation offenbarte deutlich, wie sehr das junge Team von Trainer Nüssli aufopfernd kämpfte, in der Abwehr genauso wie bei den Angriffsauslösungen. Noch konnten die Wangner von Glück reden, als Kastrati das leere Tor verpasste.

Mit einer einzigen Ausnahme, als Avni Halimi kurz vor dem Halbzeitpfiff endlich mal abdrückte, den Ball jedoch knapp am Lattenkreuz vorbei zischen sah, wirkten die Wangner an der gegnerischen Strafraumgrenze zu verspielt. Es fehlt ganz einfach die Zielstrebigkeit, der einfache und direkte Weg zum Tor. Mit dem 0:0 Pausenresultat konnten sich die Besucher alles andere als beklagen.

Mit Power aus der Pause

Zur zweiten Halbzeit starteten die Gäste mit bedeutend mehr Power. Im Gegensatz zur ersten Halbzeit war das Spielgeschehen nun ausgeglichen. In der 66. Minute verpasste Sandro Husi eine flache Hereingabe nur um Schuhbreite, doch im Gegenzug gingen die Oberländer in Führung. Eine Abwehr von Marco Häfliger geriet zu kurz und davon profitierte Alejandro Henzi, der sein Team in Führung brachte.

Diese dauerte allerdings nur gerade fünf Minuten. Torhüter Felix Hornung brachte den eingewechselten Dragan Gyorgiev knapp vor der Auslinie zu Fall und verursacht dadurch einen Strafstoss. Dieser verwandelte Avni Halimi sicher zum 1:1 Ausgleich.

Dieses Tor schien den Wangnern Auftrieb gegeben zu haben, waren es doch nun sie, welche die Entscheidung suchten. Mit zunehmender Spieldauer schienen sich aber beide Teams mit dem Unentschieden begnügen zu wollen. Doch dann zündeten die Einheimischen nochmals den Turbo. Ein sehenswerter Angriff über die rechte Seite schloss Thibaud Wenger mit einer Direktabnahme, drei Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit, zum 2:1 ab.

Die Gäste waren nicht mehr in der Lage, zu reagieren. Ganz im Gegenteil. Drei Minuten Später setzte Mergim Tifeki noch einen drauf und sicherte damit den Sieg Thuns endgültig.

Mit dieser neuerlichen Niederlage ist das Team von Willy Neuenschwander auf den 10. Tabellenrang abgerutscht. Der Trainer ist im Moment nicht zu beneiden, muss er doch nun versuchen, dem Team bis in einer Woche, wenn ein weiteres Auswärtsspiel im Stade de Suisse und erneut auf Kunststoffrasen ansteht, wieder die unabdingbare Winner Mentalität beizubringen.

Thun Berner Oberland II – Wangen bei Olten 3:1 (0:0)

Stockhorn Arena, - 100 Zuschauer, - SR:Bosnic.

Tore: 67. Henzi 1:0, 72. Halimi 1:1 (Penalty), 87. Wangner 2:1, 90. Tifeki 3:1.

Thun II: Hornung; Hauawirt, Ribeiro, Gafner, Trachsel; Peyretti (46. Dzonlagic), Sutter (63. Hirschier), Wenger, Henzi (76. Scheller); Tifeki, Kastrti.

Wangen: Häfliger; Moser, Hajdari, Tahiri (60. Quinjica), Zimmerli; Nabarro, Preniqi (57. Gyorgiev), Binaku, Husi; Halimi, Gustavo.

Bemerkungen: Thun ohne Dinic, Lauper und Costa (alle krank), Müller (verletzt) sowie Bourquenoud (gesperrt). Wangen ohne Brown, Golos und Bekteshi (alle verletzt) sowie Heuscher (gesperrt). Hammam und Rietschin (Einsatz Junioren).

Verwarnungen: 11. Häfliger (Foul), 21. Hajdari (Reklamieren), 29. Binaku (Foul), 62. Tifeki (Unsportlichkeit), 72. Hornung (Foul). Cornerverhältnis 2:2.

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