Nicht nur der EHC Olten nahm mit grossem Erstaunen zur Kenntnis, dass der "Player Safety Officer" (Spielersicherheit-Verantwortliche) Stéphane Auger das Vergehen von Thurgaus Stürmer Toms Andersons, den Check gegen den Kopf von Oltens Verteidiger Anthony Rouiller, als nicht weiter bestrafenswert beurteilte. Sprich: Auger teilte dem Verbands-Einzelrichter Oliver Krüger mit, dass er "keinen Antrag" auf ein Verfahren uns somit auf eine weitere, mögliche Bestrafung in Form von Spielsperren stellt. Was wiederum für Krüger hiess, dass er selber keinen Spielraum mehr hatte und deshalb kein Verfahren gegen Andersons eröffnen konnte.

Der Check von Toms Andersons gegen Anthony Rouiller

Das wiederum bedeutete, dass der EHC Olten gemäss den komplizierten juristischen Verbandsrichtlinien keine weiteren rechtlichen Mittel zur Verfügung hat. Vereinfacht ausgedrückt: Kein Verfahren, keine Rekursmöglichkeit. Die Oltner hätten nur eine Chance gehabt, den Fall weiter zu ziehen, wenn sie bis am Mittwoch, 16 Uhr, beim PSO Auger einen so genannten "Club request", eine Klub-Einsprache, eingegeben hätten. Also die gezielte Aufforderung, sich eine potenzielle Straftat anzuschauen.

Das geschieht jedoch sehr selten, da für die Klubs einerseits ein erhebliches finanzielles Risiko existiert, da man im Falle einer "Niederlage" die ganzen Verfahrenskosten übernehmen muss. Und andererseits, weil man in solch eindeutigen Fällen wie beim Foul von Andersons eigentlich davon ausgehen kann, dass so oder so ein Verfahren eröffnet wird.

Aber: Stephane Auger sah, trotz für NLB-Verhältnissen gutem Videomaterial, kein gröberes Vergehen von Toms Andersons. Noch gravierender: Der in Kanada beheimatete Ex-NHL-Schiedsrichter muss sein Nicht-Eintreten nicht einmal begründen. Böse gedacht heisst das: "No request" könnte er auch hinschreiben, wenn er sich das Video nicht einmal angeschaut hat.

Der EHC Olten hat den Kampf aber noch nicht aufgegeben, da man einen Passus in den juristischen Richtlinien anders interpretiert. Fortsetzung folgt.