In knapp einem Monat startet Volley Schönenwerd in seine achte NLA-Saison. Mit dabei sind vier Neuzugänge und ein Rückkehrer. Unter den Neuen befinden sich mit dem US-Amerikaner Scott Fifer und dem Polen Marcin Ernastowicz zwei Ausländer. Ausser der Tatsache, dass beide 1.90 Meter gross sind und erst vor knapp drei Wochen nach Schönenwerd gezogen sind, könnten Fifer und Ernastowicz jedoch kaum unterschiedlicher sein.

Fifer stammt aus Chicago. Vor zwei Jahren ging er nach Zypern, um Profi-Volleyballer zu werden. Nach einem Jahr wechselte er zum finnischen Erstligisten Raison Loimu. «Es war ein erfolgreiches Jahr für mich. Ich wurde drittbester Setter der gesamten Liga.» Trotzdem sei der Anruf aus der Schweiz genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen.

«Bei Volley Schönenwerd werde ich zum ersten Mal in meiner professionellen Karriere um den Meistertitel spielen. Ich bin sehr konkurrenzfähig, deswegen freue ich mich erst recht auf die kommende Saison.» Nervös sei er kaum. Das liege daran, dass er nicht alleine umziehen musste. «Meine Freundin ist mit mir in die Schweiz gekommen. Zu wissen, dass ich nicht alleine bin, hat mir viel Stress genommen.»

Die Chemie stimmt

Auch in der Mannschaft hat sich der fröhliche Amerikaner bereits zurechtgefunden, wie er erzählt: «Die Chemie stimmt einfach. Ich habe das Gefühl, ich kenne die Jungs schon seit Jahren.»

Nicht nur auf persönlicher Ebene, sondern auch sportlich klappe es bisher wunderbar im Team. «Ich werde hier gefordert. Das Niveau ist höher, als in meinem alten Verein.» Auch die Anlage und die Organisation seien besser, als in seinen vorherigen Klubs. «Die Halle und das Fitnesscenter hier sind unglaublich.»

Eine gute Grundlage für hohe Ziele in der kommenden Spielzeit: «Natürlich will ich mit der Mannschaft den Meistertitel holen. Mein persönliches Ziel ist es, der beste Setter der Liga zu werden.» Bis zum ersten Spiel am 13. Oktober hat Fifer jedoch noch ein paar Wochen Zeit, um sich einzuleben.

Doch kein Direktflug

Das fiel dem Polen Marcin Ernastowicz nicht ganz so einfach: «Ich bin in Polen um halb sieben Uhr morgens aus dem Haus, um den Flug nach Zürich zu erwischen, der um elf Uhr abfliegen sollte. Dann wäre ich um ein Uhr nachmittags hier gewesen. Der Flug wurde jedoch annulliert.» Der 21-Jährige musste daraufhin nach München fliegen, wo er seinen Anschluss nach Zürich wegen einer Verspätung verpasste.

Letztendlich reiste er nach Basel und erreichte sein Hotel erst um Mitternacht. «Das war ein hektischer erster Tag», erzählt er kopfschüttelnd und mit einem Lächeln im Gesicht. In der Schweiz angekommen, habe der Verein ihn dann unterstützt, wo es nur ging. «Die Teammanagerin Monika Prader hat mir mit der Wohnung und dem Auto geholfen und Bujar Dervisaj, mein Trainer, hat mir gesagt, dass ich immer zu ihm kommen kann, wenn ich ein Problem habe. Dafür bin ich sehr dankbar.»

Die Unterstützung des Vereins war vor allem für Ernastowicz wichtig, weil er alleine in die Schweiz gereist ist. Im Gegensatz zu Fifer ist der Annehmer zudem schüchtern: «Im ersten Training war ich ein bisschen überfordert, ich wusste nicht so recht, was ich tun soll. Jetzt, da ich alle kenne, ist es einfacher», erzählt er.

Der Sportmanagement-Student spielte in Polen beim Erstliga-Verein Jastrebski Wegiel, mit dem er in der vergangenen Saison auch in der Champions League auflief. Was zog ihn also in die Schweiz? «Ich hoffe, hier viel Spielpraxis zu sammeln und meine Fähigkeiten zu verbessern.» Mit der Mannschaft wolle er zudem den Meistertitel gewinnen.

Ausserdem habe er auch von Anfang an einen guten Draht zu Trainer und Co-Trainer gehabt: «Lukasz ist Pole. Das ist toll, weil ich manchmal einfach mit jemandem Polnisch reden will.» Sein Deutsch sei nämlich noch nicht ganz spruchreif. «Gut, ich übe auch erst seit zwei Wochen», fügt Ernastowicz schmunzelnd an.