Der 4. August wird in Olten ein Freudentag sein: Dann findet zu Ehren des vor zehn Jahren verstorbenen Hockeyspielers Jim Koleff im Kleinholz-Stadion das «Jim-Koleff-Charity-Memorial-Game» (Spielbeginn: 18.30 Uhr) statt. In den beiden Teams treten lauter bekannte – ehemalige und aktive – Eishockeyspieler an (siehe Teamaufgebote ganz unten). Und sie spielen für einen guten Zweck: Der Erlös aus dem Event kommt vollumfänglich der Greenhope Foundation sowie dem Oltner Nachwuchs «EHCO 2000» zugute.

Die vergangenen EHCO-Zeiten mit Jim Koleff – sie bleiben im Kleinholz unvergessen: Zwischen 1980 und 1983 begeisterte der Kanadier die EHCO-Zuschauer über drei Saisons von Spiel zu Spiel, nachdem er zuvor bereits zwei NLB-Spielzeiten beim HC Lugano absolvierte.

Wo auch immer Jim Koleff als Spieler oder Trainer in der Schweiz Halt gemacht hatte, hinterliess der beliebte und erfolgreiche Kanadier Freunde. Noch heute ist sein Name im Schweizer Eishockey nicht in Vergessenheit geraten.

Diese Tatsache veranlasste Koleffs Tochter Sandy Grieder-Koleff schliesslich dazu, ein Benefizspiel zu organisieren. Die Idee entstand im vergangenen November rund um den neunten Todestag Jim Koleffs: «Ich fragte zuerst Tom Hedican an, der ein guter Freund meines Vaters war, ob er dabei wäre. Er war sofort begeistert und sicherte seine Unterstützung zu. Er reist extra für dieses Spiel aus Kanada in die Schweiz», erzählt Eventorganisatorin Sandy Grieder-Koleff und ergänzt: «Das war der Startschuss und eine grosse Motivation, etwas auf die Beine zu stellen.»

Jim Koleff gewinnt 1999 den Titel mit dem HC Lugano

Jim Koleff gewinnt 1999 den Titel mit dem HC Lugano

Schliesslich stellte sie mit Unterstützung von Alessandro Benin eine Liste von Hockeyspielern und Weggefährten zusammen, die mehr als 70 Namen beinhaltete. Daraus entstanden zwei Mannschaften mit insgesamt 35 Spielern sowie je zwei Coaches und Ehrengästen.

«Jim war der coolste Typ der Stadt»

Tom Hedican, der Jim Koleff während gemeinsamen Zeiten in Lugano kennenlernte, erinnert sich gerne zurück: «Jim war der coolste Typ der Stadt. Es ging bei ihm immer darum, hart zu arbeiten, Spass zu haben und jeden mit Respekt zu behandeln – egal, ob man den Boden putzte oder Vereinspräsident war, er behandelte jeden gleich», sagt der Ex-Lugano-Goalietrainer.

Und auch Daniel Steiner zieht den Hut: «Jim gab mir das Gefühl, der grösste Eishockeyspieler der Welt zu sein. Er war so motivierend und einfühlend, das hat kein anderer Coach geschafft. Ich bin mir sicher: Ohne Jims Vertrauen hätte meine Karriere nie einen solchen Schub erhalten», sagt Steiner, der bei den SCL Tigers unter Koleff spielte.

Für immer im Herzen wird Jim Koleff selbstredend auch bei seiner Tochter Sandy Grieder-Koleff, Organisatorin des Events, getragen: «In bester Erinnerung bleiben mir sein ausgesprochen guter Humor. Und er wusste, was er wollte. Er war stets zielstrebig in allen Sachen, die er anpackte», sagt die Ehefrau des heutigen EHCO-Sportchefs Marc Grieder.

Noch heute würde sie Situationen erleben, in welchen sie gerne ihren Vater um seinen Rat gefragt hätte. «Ich denke oft an ihn. Aber ich habe mich mit seinem Tod abfinden können. Er war so lange Zeit krank, dass es für ihn, und auch für uns als Familie einer Erlösung gleichkam, dass er gehen konnte.»

Erst dann, als Jim Koleff landesweit in den Schweizer Stadien verabschiedet wurde und es sogar noch im Kleinholz eine Abdankungsfeier gab, realisierte Sandy Grieder-Koleff wirklich, welch grossen Spass ihr Vater am Eishockeysport hatte.

«Mir wurde erst dann so richtig bewusst, dass dieser Sport meinem Vater so viel gegeben hat. Der Eishockeysport ist wie eine grosse Familie», sagt sie.

Jim Koleff 1993 als Trainer des SC Bern

Jim Koleff 1993 als Trainer des SC Bern

Duell zwischen Vater und Sohn

Die beiden Mannschaften «Team Koleff Canada» und «Team Koleff Switzerland» sollen denn auch Jim Koleffs Verbundenheit zu den beiden Eishockey-Ländern symbolisieren. Besonders gespannt sein darf man als EHCO-Fan auch auf das Duell zwischen Colin Muller und seinem Sohn Devin. «Wir werden in diesem Spiel eine Nebenrolle einnehmen, aber ich freue mich riesig auf das Spiel. Wir standen oft zusammen auf dem Eis, haben aber noch nie gegeneinander gespielt. Er hat schon gemeint, dass ich froh sein könne, dass er nicht 20 Jahre jünger wäre, sonst würde ich alt aussehen», sagt EHCO-Stürmer Devin Muller und lacht: «Natürlich habe ich dann dagegengehalten.»

Im Jahr 1998: Jim Koleff, Eishockeytrainer beim HC Lugano, mit seinem Spieler Bill McDougall, der ebenfalls am 4. August in Olten zu Gast sein wird

Im Jahr 1998: Jim Koleff, Eishockeytrainer beim HC Lugano, mit seinem Spieler Bill McDougall, der ebenfalls am 4. August in Olten zu Gast sein wird

Vertreten wird auch die HC-Lugano-Mannschaft aus dem Jahr 1999 sein, mit der Koleff als Trainer den Meistertitel feiern konnte: Goalie Cristobal Huet sowie die Feldspieler Gian-Marco Crameri, Jean-Jacques Aeschlimann oder Mark Astley, der ebenfalls aus Kanada anreisen wird, werden im Kleinholz auflaufen.

Für Spannung wird also gesorgt sein – und Sandy Grieder-Koleff ist sich sicher: «Mein Vater wird an diesem Tag lachen.» Gewiss: Ein Freudentag im Stadion Kleinholz mit viel Spektakel.

Gewinnspiel: In welchem Jahr wechselte Jim Koleff als Spieler zum EHC Olten? (Schreiben Sie die Lösung ins entsprechende Feld)

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