Das war auch am Mittwoch wieder einmal so, obwohl «nur» die inferioren Red Lions aus Reinach bei Zuchwil Regio zu Gast waren. Und das wird auch im letzten Heimspiel des Jahres, morgen Samstag gegen den bisher souveränen Leader der 1. Liga, die Argovia Stars, wieder so sein.

«Jääähhhh», meinte Walter Ulrich vor dem Match auf die Frage, ob er mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden sei. Der Präsident verzog dazu ein wenig das Gesicht. Es könnte also besser laufen, wenn es nach dem Gusto des langjährigen Mäzens ginge.

Der EHC Zuchwil Regio liegt in der Tabelle nach Verlustpunkten hinter den Argovia Stars und Lyss auf dem dritten Platz. Nach dem 12:3-Kantersieg gegen die Aargauer Rookies war Ulrich dann zufrieden. «Buchen wir das als gelungenes Trainingsspiel ab, es hat Spass gemacht.»

Steigerungspotenzial

Dabei war dies nun schon der fünfte Sieg in Folge für die Zuchwiler. Doch die Ansprüche, welche die Solothurner an sich selber stellen, sind eben sehr gross. Als Amateur Schweizer Meister von 2007 und 2008 will Zuchwil Regio nach fünf Jahren Unterbruch in dieser Saison endlich wieder einmal die Finalspiele erreichen. Kann diese Mannschaft die Hoffnungen der Fans erfüllen? «Ich denke schon», sagt Trainer Manfred Reinhard, «aber wir müssen uns noch steigern.»

Dem 12:3-Kantersieg gegen die körperlich total unterlegenen Aargauer Rookies, die ängstlich versuchten, jedem Check auszuweichen, schreibt auch der Trainer nicht viel Bedeutung zu. «Pflicht erfüllt. Wir haben unserem Ersatzgoalie Sven Blaser wieder einmal eine Chance gegeben und er hat seine Sache sehr gut gemacht», sagte Manfred Reinhard nach dem Match.

«Als Nächstes kommen die Argovia Stars, deshalb mussten wir den Rhythmus hochhalten. Das ist gelungen. Und das Wichtigste: Es hat sich heute keiner verletzt. «

So schlecht sei die Meisterschaft bisher gar nicht verlaufen. Eigentlich sei er bisher nur zweimal enttäuscht gewesen, meint Reinhard. «Wir haben zweimal total versagt, und das war gegen Unterseen-Interlaken.

Wenn wir diese Spiele ausklammern, dann haben meine Spieler unsere hohen Erwartungen durchaus erfüllt.» Steigerungspotenzial sieht er bei den «Special Teams», also in Unterzahl und in Überzahl. «Und dann fehlte es vor allem an der Kaltblütigkeit vor dem Tor. Jetzt haben verschiedene Spieler ihre Erfolgserlebnisse gehabt und ich bin zuversichtlich.»

Leader und dann der Angstgegner

Nun gelte es, gegen den Leader Argovia Stars und dann noch gegen den Angstgegner Unterseen-Interlaken zu gewinnen, um sich ganz vorne zu etablieren. «Die Weihnachtspause kommt uns gelegen, damit sich wir die verletzten Spieler pflegen können. Die Form ist ansteigend und die wichtige Phase der Meisterschaft beginnt ja erst im nächsten Jahr», so Coach Reinhard.

Der Partnerverein EHC Olten konnte in letzter Zeit kaum mehr Verstärkungen nach Zuchwil schicken, weil auch das NLB-Team wegen Verletzungen personell knapp dran ist. «Das darf uns aber nicht hemmen.

Die Leute, die mir zur Verfügung stehen, die sind absolut in der Lage, das Ding zu schaukeln. Wir haben uns das Ziel gesetzt, um den Titel mitzuspielen und jetzt müssen wir hart arbeiten, um dieses Ziel zu erreichen. Es liegt einzig und alleine an uns selber.»