Swiss-League-Playoffs

Traumstart in den Halbfinal: EHC Olten bezwingt den SC Langenthal auswärts 4:3 nach Verlängerung

MacGregor Sharp (l.) erzielt den entscheidenden Treffer in der Verlängerung.

MacGregor Sharp (l.) erzielt den entscheidenden Treffer in der Verlängerung.

Der EHC Olten hat einen Start nach Mass hingelegt in der Halbfinal-Serie gegen den favorisierten SC Langenthal. Dank MacGregor Sharps Tor in der 12. Minute der Verlängerung gewannen die Oltner das erste Duell mit 4:3. Am Freitag steigt im Kleinholz die zweite Partie.

So hat man sich aufseiten des EHC Olten den Auftakt in die Halbfinalserie vorgestellt: ein Auswärtssieg in Langenthal. Und das erst noch nach Verlängerung, nach einem äusserst dramatischen Spielverlauf. MacGregor Sharp sorgte mit seinem Treffer in der 72. Minute für Glücksgefühle bei den Powermäusen, die vorher auf eine mentale Achterbahn geraten waren.

Eigentlich hatten sie schon in der regulären Spielzeit wie der sichere Sieger in dieser Partie ausgesehen. Die Langenthaler hatten bereits ihre letzte Option gezogen und Goalie Marco Mathis durch einen sechsten Feldspieler ersetzt. Und dann geschah das, was man aus Sicht der Oltner unbedingt vermeiden wollte. Jeffrey Füglister stocherte den Puck 19 Sekunden vor der erlösenden Schlusssirene ins EHCO-Tor. 3:3 statt Auswärtssieg. Schock statt Jubel.

Unglaubliche Nehmerqualitäten

Doch der EHC Olten in der Playoff-Version ist nicht mehr der EHC Olten, den man noch so oft während der Qualifikation erlebt hat. Diese Mannschaft hat unglaubliche Nehmerqualitäten entwickelt. «Wir haben in unserer Garderobe eine sehr, sehr gute Mentalität. Wir konnten diesen Rückschlag wegstecken, indem wir immer positiv blieben», sagte Siegtorschütze Sharp, der das Gefühl, das Siegtor erzielt zu haben, «unbeschreiblich» nannte. «Das war natürlich ein unglaublich wichtiger Treffer. Aber wir haben ihn uns mit einer geschlossenen Teamleistung verdient», so der Kanadier, der sich langsam aber sich zu einem späten Glücksgriff für die Oltner entpuppt.

MacGregor Sharp unterstrich allerdings auch, dass der Sieg ohne die Glanztaten von Goalie Matthias Mischler, besonders in der Verlängerung, nicht möglich gewesen wäre: «Er hat mehrmals exzellent gerettet.» Dabei dachte der gross gewachsene Center, der die so wichtige, physische Komponente ins Team des EHC Olten gebracht hat, vor allem zwei Szenen an. Erst klärte Mischler in der 2. Minute der Verlängerung gegen den alleine anstürmenden Stefan Rüegsegger. Danach war er auf dem Posten, als die Oltner nach einer dummen Strafe gegen Lukas Haas (Foul in der offensiven Zone) in Unterzahl agieren mussten.

Wer aber solche kritischen Situationen übersteht, der kann aus ihnen auch die nötige Energie tanken, wenn die Mannschaft über die nötige mentale Stärke verfügt. Und so war das in diesem ersten Halbfinal-Duell bei den Oltnern der Fall. Sie rissen das Spieldiktat an sich und wurden für ihren mutigen Auftritt schliesslich mit MacGregor Sharps Siegtreffer belohnt.

Schwache Schiedsrichter

Schon in der regulären Spielzeit hatte sich der EHCO, der sich besonders in der zweiten Hälfte der Qualifikation gegen die Langenthaler immer äusserst schwer getan und dabei häufig uralt ausgesehen hat, den favorisierten Oberaargauern sehr gut Paroli geboten. Da stand eine Mannschaft auf dem Eis, die an sich und einen Auswärtssieg glaubte. Und eine Mannschaft, die sich auch durch einige rätselhafte Entscheide des schwachen Schiedsrichter-Duos Erard/Mollard nicht aus der Bahn werfen liess.

Bei aller Euphorie über diesen Traumstart bleibt aber auch festzuhalten, dass der Weg zum Seriensieg unverändert hart und steinig bleibt. Die Langenthaler besitzen in ihrer Mannschaft sehr viel Qualitäten und können dank ihrer Routine auch einen solchen Rückstand problemlos wegstecken. Aber immerhin haben die Oltner zum Auftakt im Schoren gezeigt, dass mit ihnen in diesen Playoffs nun endgültig zu rechnen ist.

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