Volleyball
Timo Lippuner: Ein Leben und ein Ziel für den Volleyball

In der Volley-Schweiz muss man Timo Lippuner wohl kaum jemandem vorstellen. Der 33-jährige Deitinger besetzt momentan interimistisch den Posten des Nationaltrainers und führt die Strippen beim NLA-Verein Sm’Aesch Pfeffingen.

Olivier Winistörfer
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In Polen gefordert: Timo Lippuner (M.) will in der 3. Runde zur WM-Qualifikation mit der Schweizer Frauen-Nationalmannschaft überzeugen.Tuor

In Polen gefordert: Timo Lippuner (M.) will in der 3. Runde zur WM-Qualifikation mit der Schweizer Frauen-Nationalmannschaft überzeugen.Tuor

Timo Lippuner fand erst mit 18 Jahren zum Volleyball und probierte sich bereits ein Jahr später als Trainer – und dies mit Erfolg. Der Solothurner kam via Regionalauswahl Aargau, dem 1.-Ligisten Münchenbuchsee und der Talentschool Zürich zur Schweizer Nationalmannschaft sowie zum internationalen Spitzenklub Volero Zürich, welcher den Schweizer Volleyball seit mehreren Jahren dominiert.

«Für meine persönliche Entwicklung als Trainer war das Engagement bei Volero wohl die grösstmögliche Chance und der wichtigste Schritt», ist sich der 33-Jährige sicher, der vor etwas mehr als einem Monat den Posten als Cheftrainer beim NLA-Verein Sm’Aesch Pfeffingen übernahm.

Dass der sportliche Erfolg aber auch seine Opfer mit sich bringt, weiss Lippuner: «Seit fünf Jahren war ich nicht mehr in den Ferien und hatte nie mehr als fünf einzelne Tage pro Jahr frei. Durch die Kombination von NLA, Nachwuchs und Nationalmannschaft ist eine 7-Tage-Woche normal.» Doch der Deitinger will sich nicht beschweren: «Dies ist mein Traum, den ich leben kann, und deshalb sehe ich es nicht als Belastung sondern als Geschenk.»

Mit der Nati nach vorne

Auch beim grössten Projekt des Schweizer Volleyballs war Timo Lippuner von Anfang an dabei. Der Solothurner begleitete die Schweizer Nationalmannschaft, welche durch die Unterstützung von Volero Zürich professionalisiert wurde, zunächst als Assistenztrainer und übernahm ab der Europameisterschaft im eigenen Land die Geschicke als Nationaltrainer ad interim. Der Deitinger schaffte dann auch sogleich mit dem Team den Sprung in die dritte und letzte Qualifikationsrunde für die Weltmeisterschaft, was der Schweiz vorher noch nie gelungen war. Auf den Lorbeeren will sich Lippuner aber nicht ausruhen: «Die EM war nicht das Ende, sondern ein erster Schritt auf dem langen Weg zur Annäherung an die internationale Konkurrenz. Die EM war der Motor für diese Entwicklung und die WM-Qualifikation ein Zeichen der Kontinuität.»

Spanien als Gradmesser

Nun reiste Timo Lippuner mit der Nationalmannschaft an die 3. Runde der WM-Qualifikation ins polnische Lodz. Die Schweizerinnen werden es dort aber nicht gerade einfach haben. Die Schützlinge von Lippuner treffen an diesem Wochenende auf die Auswahlen aus Polen, Belgien und Spanien und müssen sich mit der Aussenseiterrolle begnügen. «Morgen gegen Spanien haben wir uns den Sieg zum Ziel gesetzt. Auch wenn Spanien aktuell auf Platz 42 der Weltrangliste liegt (Schweiz auf 104) bin ich sicher, dass wir uns mit einer guten Leistung durchsetzen können», denkt der Deitinger und sieht Spanien auch sonst als wichtigen Gradmesser: «Wir haben 2010 gegen Spanien in der EM-Quali sang- und klanglos zwei Mal mit 0:3 verloren. Es wird sich also zeigen, ob die Fortschritte während diesen drei Jahren bereits reichen werden, um gegen dieses starke Team bestehen zu können.»

10’000 Fans erwartet

Nicht einfach werden es die Schweizerinnen vor allem auch wegen den grossen Zuschauermassen haben, rechnet man doch mit nicht weniger als 10’000 polnischen Fans beim Eröffnungsspiel. «Es wird sicher ein sehr spezielles Gefühl sein. Aber man muss es als weiteren Prüfstein für das Team ansehen.»

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