Swiss League Playoffs
Der EHC Olten verhindert das Saisonende: War es mehr als ein Strohfeuer?

6:3-Sieg gegen den EHC Kloten. In der Halbfinalserie steht es damit «nur» noch 1:3. Aber der EHC Olten darf sich keinen Fehltritt mehr erlauben. Immerhin: Die Signale, die man im vierten Spiel aussendete, waren ermutigend.

Marcel Kuchta
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Die Vorentscheidung: Stan Horansky trifft zum 5:3 für den EHCO.

Die Vorentscheidung: Stan Horansky trifft zum 5:3 für den EHCO.

Marc Schumacher / freshfocus

Als am Samstagabend ein Drittel absolviert war, da musste man sich aus Sicht des EHC Olten fragen: Wie will man das Saisonende verhindern, wenn man dem sowieso schon talentierteren Gegner die Tore auch noch auf dem Silbertablett serviert? 2:3 stand es nach 20 Minuten. Und der EHC Kloten wusste wohl selber nicht so recht, wie er zu seinen drei Toren gekommen war. Allen Treffern gingen mehr oder weniger gravierende, individuelle EHCO-Fehler voraus.

Für diese Mannschaft ist aufgeben keine Option

Aber wenn man etwas in dieser Saison bezüglich der Oltner Mannschaft gelernt hat, dann die Tatsache, dass ihre Kampfmoral gross ist und aufgeben keine Option ist. «In diesem Moment kam uns zugute, dass wir in der laufenden Meisterschaft schon viele, schwierige Phasen durchlebt und immer wieder einen Weg aus ihnen herausgefunden haben», befand Oltens Headcoach Fredrik Söderström.

Im zweiten Drittel erbrachte der EHCO jedenfalls eindrücklich den Beweis dieser mentalen Stärke. Diese 20 Minuten gehörten zum Besten, was die Oltner in dieser Saison zu bieten hatten. Das Tor der Klotener wurde unablässig bestürmt – und der Lohn kam auch endlich in Form von Treffern. Stan Horansky mit einem «doppelten Ablenker» und Leonardo Fuhrer sorgten für die Wende im Mitteldrittel. Wiederum Horansky – nach toller Vorarbeit von Garry Nunn – führte den EHCO zu Beginn des Schlussdrittels mit dem 5:3 auf die Siegstrasse.

Auch wenn der EHC Kloten natürlich in der Folge noch mal einen Gang höher schaltete und dem Anschlusstreffer mehrmals nahe kam – unter anderem sah Robin Figren seinen Penalty vom starken Simon Rytz abgewehrt – hielten die Oltner erfolgreich dagegen. Sie wurde zwar gebogen, aber die zerbrachen nicht angesichts des gegnerischen Drucks. Das ist aus Sicht der EHC Olten die erfreuliche Erkenntnis aus diesem Spiel. Es war quasi die Bestätigung, dass man mit dem favorisierten Gegner nicht nur mithalten kann, sondern auch in der Lage ist, selber Akzente zu setzen.

«Wir sind noch nicht bereit für die Sommerferien»

Bleibt die grosse Frage, ob dieser Auftritt in Spiel vier mehr als nur ein Strohfeuer war vom EHCO? Denn klar ist: Die Mannschaft ist immer noch nur eine Niederlage vom Saisonende entfernt. «Viele Experten haben uns bereits abgeschrieben nach der dritten Niederlage», bemerkte Oltens Headcoach Fredrik Söderström. «Aber jetzt haben wir das erste Mal richtiges Playoff-Hockey gezeigt und eine klare Message gesendet: Wir sind noch nicht bereit für die Sommerferien!»

Söderström lobte dabei vor allem die Art und Weise, wie seine Mannschaft auftrat: «Mit Emotionen, mit Härte, aber eben ohne Strafen zu nehmen. Es ist eine Gratwanderung, die uns diesmal gut gelungen ist.» Der Schwede hatte auch mit Freude festgestellt, dass seiner Mannschaft endlich auch mal «hässliche Tore» gelungen waren und vor allem, «dass wir unser Selbstvertrauen zurückgewonnen haben. Die ersten Spiele haben wir auch deshalb verloren, weil wir gar nicht richtig an unsere Chance geglaubt haben.»

Der Schlüssel in Spiel 5? «Wir müssen diszipliniert und geduldig bleiben», so Söderström. Und – ganz wichtig: «Wir dürfen ihnen nicht mehr solche Tore schenken.» In der Tat: Ein zweites Mal wird Kloten diese gravierenden Fehler bestrafen.

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