Kanu
Stossverkehr auf der Aare: Wintercup verwandelte den Fluss in ein Tummelbecken

Der Buochser Fabio Wyss feiert am Wintercup in Solothurn einen Start-Ziel-Sieg. Lokalmatador Nico Meier wurde Fünfter, Melanie Mathys Dritte. Mit rund 60 Teilnehmern wurde die erhoffte 100er-Marke aber klar verfehlt.

Hans Peter Schläfli
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Die winterliche Aare wurde zum «Ameisenhaufen». Schläfli

Die winterliche Aare wurde zum «Ameisenhaufen». Schläfli

«Kalt?, nein das sind angenehme, ja ideale Verhältnisse heute», sagte Reto Schäppi beim Solothurner Bootshaus, während die Rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Kanu ins Wasser liessen. Zwei Grad, mässige Bise, fahlblauer Himmel und Wintersonne – «wer am Wintercup mitmachen will, muss damit zufrieden sein», fuhr der Organisator fort, «es gab Jahre, da sind alle mit einer dicken Eisschicht überzogen zurückgekommen, weil die Bise so kalt blies.»

Wintercup der Kanuten in Solothurn.
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Kurz nach dem Start wurde es eng unter der Velobrücke.
Der Buochser Fabio Wyss gewann den Solothurner Wintercup.

Wintercup der Kanuten in Solothurn.

Hans Peter Schläfli

Keine Handschuhe

Tatsächlich blieben die meisten Handschuhe, welche die Kanuten über die Paddel streifen können, unbenutzt. Und die Kanuten waren nicht die einzigen, gleichzeitig rüsteten die Ruderer am anderen Ufer ihren Achter mit Steuermann für den samstäglichen Trainingsausflug. Und dann wurde die Aare für ein paar Augenblicke zu einem Weisswasser, als sämtliche Paddel gleichzeitig auf sie einschlugen. Unter der Fussgängerbrücke wurde es schon fast ein wenig eng, bis sich der Pulk der Kanus durch die Stadt immer weiter auseinanderzog.

Kränkelnde Regionale

Als es nach der Wende wieder zurück ging, wurde deutlich, dass der Heimvorteil keinen grossen Unterschied machte. Leader Fabio Wyss wechselte die Uferseite exakt an der Stelle, wo er eine Gegenströmung ausnützen konnte. So landete der Buochser am Ende einen souveränen Start-Ziel-Sieg. Der Solothurner Nachwuchs-Kanute Nico Meier erholt sich noch von einer Krankheit und kam trotzdem auf den 5. Rang. Ähnlich erging es Melanie Mathys, die diesmal «nur» Dritte wurde, was aber eine respektable Leistung darstellt, weil sie ein wenig kränkelte und sich erst im letzten Moment für einen Start entschied. Gewonnen hat bei den Frauen Sabine Eichenberger aus Brugg.

Zahlreiche Abfahrer

Organisator Reto Schäppi war mit der Zahl der Starts nicht ganz zufrieden. «In den letzten Jahren waren es meistens um die 100, aber diesmal sind nur die Abfahrer zahlreich gekommen, die anderen Ressorts fehlen. Für unsere Nationalmannschaftsmitglieder war es trotzdem ein guter Test, denn wir wissen, wo wir stehen.» Zur Standortbestimmung im Aufbautraining sei der Wintercup ja ursprünglich ins Leben gerufen worden.

Dann ging es weiter in die Grädelschür, wo sich man sich bei einem gemütlichen Expertenschwatz mit den Mitgliedern der Nationalmannschaft und den Teilnehmern des Wintercups definitiv wieder aufwärmen konnte. Die weiteren Rennen des Wintercups finden am 18. Januar in Basel und zum Abschluss am 9. März in Brugg statt.

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